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Freitag, 24. Januar 2014

Vorteile eines Gap Years

(Gastautorin: Tina Kretschel)

Foto (c) Kaplan International
Immer mehr Studenten haben Mut zur Lücke und planen nach dem Studium ein Gap Year. Gap Year bedeutet jedoch keine Zeit zum Ausruhen, Auszeit nehmen und Pause machen. Die Meisten geben während eines Gap Years richtig Gas, um den Lebenslauf aufzubessern. Aber was macht man eigentlich in einem Gap Year und welche Vorteile bietet es?

Klar denken die Meisten bei „Gap Year“ daran, ins Ausland zu reisen, fremde Kulturen zu entdecken und dabei Fremdsprachen zu erlernen. Zu Recht, denn bereits mehr als die Hälfte der Studienabgänger können sich vorstellen, im Ausland zu arbeiten (Quelle: statista.com). Ein Lückenjahr ist die perfekte Gelegenheit für einen sinnvoll genutzten Auslandsaufenhalt und bietet unzählige Möglichkeiten den Lebenslauf mit individuellen Erfahrungen zu spicken, um so den Berufsstart zu erleichtern.

Viele Absolventen nutzen die Zeit nach dem Studium, um die Welt zu bereisen und sich noch einmal frischen Wind um die Nase wehen zu lassen. So kann man seine Freiheit genießen und spannende Abenteuer erleben, bevor dann der Ernst des Lebens beginnt. Die Verbesserung der Sprachkenntnisse spielt eine wichtige Rolle. Das Schulenglisch ist vielleicht schon etwas eingerostet, doch in vielen Jobs wird verhandlungssicheres Englisch verlangt. Für einen Business-Englischkurs war die Zeit während des Studiums allerdings zu knapp, daher ist nun der perfekte Zeitpunkt das nachzuholen und das Englisch ins Fließen zu bringen. Zudem versuchen etliche Hochschulabsolventen erste praktische Erfahrungen im späteren Berufsfeld zu sammeln, um sich so einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Mit einem Gap Year kann man all diese Aspekte optimal verbinden.

Sprach- und Bildungsreisen werden von vielen Organisationen angeboten, jedoch bieten nur wenige eine professionelle Kombination aus Auslandserfahrung, Sprachkurs und Berufserfahrung. Kaplan International bietet die Möglichkeit, einen Sprachkurs im Lieblingsland zu belegen und ein unbezahltes Praktikum oder einen bezahlten Nebenjob anzuschließen. Das Angebot ist hierbei reichhaltig: Eine aufregende Reise nach Australien, Neuseeland oder vielleicht Kanada unternehmen, in einem internationalen Umfeld die Englischkenntnisse perfektionieren und einen Sprachkurs mit Zertifikat abschließen. Zeitgleich mit dem Sprachkurs oder im Anschluss an diesen hat man in vielen englischsprachigen Ländern die Möglichkeit ein Praktikum im gewünschten Berufsfeld zu absolvieren. Bei diesem Programm bleibt viel Zeit, um Land und Leute kennenzulernen, während man sich selbst weiterbildet. Oder man boostet seinen Karriereeinstieg mit einem bezahlten Nebenjob im Ausland.

Foto (c) Kaplan International
Egal wofür man sich entscheidet, ein Gap Year bringt viele Vorteile mit sich: Die Auszeit vom Studienalltag mit Prüfungsstress und Konkurrenzkampf bringt neue Kraft und macht den Kopf frei für frische Ideen. Als weiteren Vorteil bemerken viele, dass sie nicht nur in ihren Sprach- und Landeskenntnissen, sondern auch in ihrer Persönlichkeit reifen. Das bleibt auch von Personalchefs nicht unbemerkt. Viele Arbeitgeber berichten , dass Gap-Year-Studenten reifer, selbstsicherer und eigenständiger sind als Absolventen, die direkt von der Uni kommen. Nach einem Auslandsaufenthalt verbessert sich zudem das Verständnis für Menschen anderer Kulturen und Länder und es eröffnen sich neue Sichtweisen. Komplexe Probleme und unbekannte Alltagssituationen können durch erhöhte Flexibilität leichter gelöst werden. Als wichtigsten Pluspunkt einer Auszeit im Ausland gaben Gap-Year-Studenten die verbesserte Sicht auf sich selbst an. Man wird sich bewusst, wer man eigentlich ist, was einem gefällt und wohin man will. Somit fällt es vielen leichter, wichtige Entscheidungen zu treffen, und bei einigen ändert sich nach einem Lückenjahr sogar der Berufswunsch, da die eigenen Ziele klarer werden.

Wer auch Lust auf ein Gap Year oder einen Auslandsaufenthalt in anderer Form bekommen hat, ist bei Kaplan International gut beraten. Als einer der führenden Anbieter von Sprachreisen organisiert Kaplan International professionelle Auslandsaufenthalte für Schüler, Studenten oder Erwachsene. Das Angebot ist sehr individuell zusammenstellbar und somit ist für jeden das passende Angebot dabei. Weitere Informationen gibt es hier. Viel Spaß!

Montag, 20. Januar 2014

Auslandsaufenthalt zum Sprachenlernen

(Gastautorin: Isabel Grämer)

Studenten, die eine internationale Karriere oder eine Anstellung bei einem weltweit tätigen Konzern anstreben, sollten über gute Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Vor allem Englisch gilt für viele Firmen als Grundvoraussetzung. Doch nur selten bleibt neben dem Studium Zeit, auch noch einen Sprachkurs zu belegen. Zudem ist die Lernkurve bei einem wöchentlich stattfindenden Kurs, den man gelegentlich wegen Prüfungsvorbereitungen oder anderer wichtiger Termine ausfallen lassen muss, sehr gering. Eine weitaus bessere Möglichkeit, deine Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern, ist ein Auslandsaufenthalt. Hier bist du 24 Stunden am Tag von der Sprache umgeben, kannst sie im Gespräch mit Muttersprachlern anwenden und sammelst zudem wertvolle Erfahrungen.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für einen Auslandsaufenthalt: Work & Travel, Freiwilligenarbeit, ein Auslandspraktikum oder Sprachreisen sind nur einige davon. Besonders effizient verbesserst du deine Fremdsprachenkenntnisse bei einer Sprachreise. Dabei besuchst du täglich mehrere Stunden lang einen auf deine Bedürfnisse zugeschnittenen Sprachkurs und lernst gemeinsam mit anderen Sprachschülern aus der ganzen Welt. Nach dem Unterricht bleibt dir genügend Zeit, deinen Kursort zu erkunden oder Ausflüge innerhalb deines Gastlandes zu unternehmen. Bei der Wahl des Anbieters solltest du auf Erfahrung und Qualität achten. Der weltweit größte Anbieter von Sprachreisen mit fast 50 Jahren Erfahrung ist EF Sprachreisen. Bei EF kannst du aus insgesamt 41 eigenen Sprachschulen in 16 Ländern weltweit wählen – darunter USA, England, Australien, Spanien und Japan. Hier findest du mit Sicherheit deine Wunschdestinationen und den für dich passenden Sprachkurs!

Eine Sprachreise ist zudem eine gute Gelegenheit, um dir neben Fremdsprachenkenntnissen auch noch nützliche Zertifikate oder interkulturelle Kompetenzen anzueignen. Verbinde deinen Sprachkurs beispielsweise mit einem Sprachexamen wie Cambridge ESOL oder mit einem Praktikum im Ausland. Des Weiteren kannst du in deinem Sprachkurs Schwerpunkte setzen und dir gezielt das Vokabular für eine bestimmte Branche wie Tourismus, Logistik oder Finanzwesen aneignen. Einige Kurse beinhalten sogar ein Bewerbungstraining in der Fremdsprache. Die Zusatzqualifikationen werden sich neben deiner Auslandserfahrung gut in deinem Lebenslauf machen und können das Zünglein an der Waage bei deiner Stellenbewerbung nach dem Studium sein.

Neben dem Sprachenlernen sollte der Spaß nicht zu kurz kommen. Ein Auslandsaufenthalt ist vor allem auch eine einzigartige Erfahrung, an die du dich noch lange zurückerinnern wirst. Du schließt neue Freundschaften mit Leuten aus der ganzen Welt, wirst offener für andere Kulturen und sammelst jede Menge Selbstvertrauen. Du wirst sehen, dass dich ein Auslandsaufenthalt persönlich ein ganzes Stück weiterbringt. Nutze also deinen Auslandsaufenthalt, um möglichst viel von deinem Gastland zu sehen, neue Leute kennen zu lernen und viele interessante Erfahrungen zu sammeln!

Mittwoch, 29. August 2012

Auslandsaufenthalt in Japan - Teil 2: Das Praktikum

Japan-Aufenthalt - Foto: Lara Makowski
(Gastbeitrag: Lara Makowski)

Konnichi wa!

Da bin ich wieder! Zuerst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass Ihr so lange nichts Neues von mir gehört habt! Mittlerweile bin ich schon 3 Monate in Japan, Tokyo, und das Praktikum ist seit kurzer Zeit auch schon wieder vorbei. Leider hatte ich unterschätzt wie anstrengend das Praktikum und die Sprachschule wird und wie viel Zeit dabei in Anspruch genommen werden wird, weswegen ich leider nicht dazu gekommen bin, früher von mir hören zu lassen.

Jetzt aber erst einmal etwas zum Praktikum: Kurz und knapp - es was SUPER! Ich wurde von Anfang an extrem freundlich aufgenommen und von meinem Vorgesetzten und meinen Kollegen gar nicht wie „die Neue“ oder „die Praktikantin“ behandelt, sondern gleich als ein vollwertiges Mitglied in die Arbeitsgemeinschaft integriert. Das Office war ziemlich klein. Vor allem verglichen mit den Verhältnissen, die man aus Deutschland kennt. Es bestand aus einem Raum, in dem alle Mitarbeiter zusammen gearbeitet haben. In der Mitte war der Raum durch eine Trennwand geteilt. Auf der einen Seite befand sich der „Arbeitsbereich“ mit 6 PCs in einer Reihe und noch 2 weiteren in den Ecken und einem großen Drucker. Für mehr hätte der Platz auch nicht gereicht. Auf der anderen Seite der Trennwand 2 weitere PCs an größeren Tischen an denen die Kunden betreut wurden.

Meine Aufgabe waren unter anderem die Homepage der Company J&F Plaza zu aktualisieren und zu verwalten, J&F Plaza auf mehreren Immobilien-Seiten im Internet zu vertreten, Flyer mit neuen Immobilien für Kunden zu erstellen und im Internet Recherche zu Immobilien, teils angepasst auf spezielle Wünsche einzelner Kunden, zu betreiben. Die Kommunikation, sowohl mit meinem Vorgesetzten als auch meinen Kollegen, fand nur auf Japanisch statt. Zuerst gab es zwar ein paar kleinere Probleme vor allen Dingen mit den japanischen Fachwörtern im Immobilienbereich, aber nach den ersten paar Wochen waren die neuen Vokabeln schnell im Wortschatz aufgenommen.

Jetzt ist das Praktikum auch schon vorbei. Ich hatte eine echt tolle Zeit, die leider wie im Flug verging und ich kann jedem nur empfehlen, den Schritt zu wagen und selbst ein Praktikum im Ausland zu machen! Die Erfahrungen, die man dabei sammelt, werden einem, meiner Meinung nach, ein Leben lang von Vorteil sein!

Japan-Aufenthalt - Foto: Lara Makowski
Oktoberfest in Tokyo - Foto: Lara Makowski
Aber meine Zeit in Japan ist noch lange nicht vorbei! Neben dem Praktikum habe ich natürlich auch andere tolle Dinge bis jetzt erlebt! Letzte Woche war ich zum Beispiel auf einem „Oktoberfest“ mitten im August und mitten in Tokyo! In einem Park nahe des Tokyo Towers waren kleine Zelte, viele Bierbänke sowie Buden mit Information und Essen und Trinken aufgebaut. Es gab auch eine Bühne auf der Oktoberfest ähnliche Musik gespielt wurde. Auch auf Deutsch aber mit starkem japanischen Akzent. Der Ententanz wurde auch gespielt und es gab sogar Japaner in nicht ganz echten Lederhosen die dazu getanzt haben! Als Verpflegung gab es vor allen Dingen Würstchen, aber auch Brezel, „Bayern-Käse“ und sogar Eisbein! Zu Trinken? Bier natürlich! Und zwar alle möglichen (vor allem bayrische) Biersorten! Es gab sogar, fürs Oktoberfest eher untypisch, Kölsch in der 0,33l Flasche. Ich als Kölnerin konnte natürlich nicht auf ein Kölsch verzichten. Die Preise waren allerdings ziemlich überteuert. So hat mein Kölsch 700 Yen (ca. 7 Euro) gekostet (ohne Pfand!) und ein 0,5l Glas Weißbier 1200 Yen, also ca. 12 Euro. Auf den Gläsern war allerdings Pfand, ich weiß aber nicht wie viel. Es war zwar ein teurer und auch recht kurzer Spaß, denn gegen 21:15 Uhr war bereits „Last Order“ und um 22:00 Uhr wurde man auf japanische Art höflich und freundlich und in aller Ruhe gebeten doch langsam das Gelände zu verlassen. Aber es war die Erfahrung, so seltsam sie auch war, auf jeden Fall wert!

An diesem Freitag, dem 31. August, muss ich mein kleines Apartment hier in Tokyo leider schon verlassen und am Sonntag, dem 2. September, geht’s dann ab mit dem Shinkansen ins ca. 500 km entfernte Kobe, wo ich dann am 4. September mein Auslandssemester beginnen werde! Ich bin zwar sehr traurig, dass ich mein geliebtes Tokyo und all meine Freunde hier verlassen muss, aber ich bin mir sicher ich werde in Kobe eine genauso gute, wenn nicht sogar noch bessere Zeit haben!

Vielen Dank fürs Lesen!

Bis zum nächsten Mal und dann aus Kobe!! „Mata ne!“

Eure Lara

Dienstag, 22. Mai 2012

Auslandsaufenthalt in Japan - Teil 1: Die Vorbereitungen

Foto (c) Lara Makowski
Gastautorin: Lara Makowski
(Gastbeitrag: Lara Makowski)

Hallo ihr Lieben!

Ich heiße Lara, bin 20 Jahre alt, komme aus dem schönen Köln und studiere dort an der Cologne Business School International Business mit der Spezialisierung East Asia Management im zurzeit 4. von insgesamt 6 Semestern. Im Studium inbegriffen ist ein mindestens 8-wöchiges Pflichtpraktikum und ein Pflichtauslandssemester, welches im 5. Semester zu absolvieren ist.

Nachdem ich schon ein paar Mal für kürzere Zeit als Tourist in Tokyo war, werde ich nun endlich für längere Zeit Anfang Juni im Rahmen meines Studiums für 8 Monate nach Japan fliegen. Dort angekommen werde ich zuerst mein Praktikum in Tokyo bei der Company J&F Plaza, einer Real Estate Agency, absolvieren und dann nach Kobe umziehen und dort ein Semester an der Konan University studieren. Ich freue mich schon wahnsinnig darauf, werde aber doch langsam auch ziemlich nervös! 8 Monate sind ja doch eine ziemlich lange Zeit!

Foto (c) Lara Makowski Aber der ganze Vorbereitungsstress wie Beantragen eines Visums und Suchen einer Unterkunft neben der noch bevorstehenden Klausurphase meines Studiums halten mich so sehr auf Trab, dass die Nervosität meistens fast völlig unterdrückt wird!

Wenn ihr Interesse und Lust habt könnt ihr mich ab heute gerne auf meinem Auslandsabenteuer begleiten und zwar ganz von Anfang an! Denn ich werde in regelmäßigen Abständen über meine Erlebnisse, Erfahrungen und das ein oder andere Abenteuer im Land der aufgehenden Sonne berichten und über ein paar nette "Begleiter" würde ich mich sehr freuen! "Ureshii!" wie man im Japanischen so schön sagen würde!

Also dann, bis zum nächsten Mal! "Mata ne!"

Eure Lara

Kleine Vokabelliste Japanisch
ureshii = glücklich, hier im Sinne von "Ich freue mich!"
mata ne = Bis bald!

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Auslandsaufenthalt in China - Teil 7: Richard Hine

(Gastbeitrag: Richard Hine)

Jump into Qingdao

You’re in the last semester of your University career and the unemployment rate for those under the age of 25 is around 54%, what do you do? You forget about the lack of future prospects for awhile by distracting yourself with a few final months of uninhibited partying. But then you see graduation coming at you like a freight-train without brakes and you realize that because you spent four years getting a history degree, and don’t intend to go to law school immediately, that the start of your post-university life is going to look like Dustin Hoffman’s in The Graduate (minus the sexy Cougar, which means it’s going to suck).

Foto © Richard Hine

Just when you’ve given into the un-romantic prospect of living in your mom’s basement while working at a bar down the street, the University’s Business Department sends you a campus wide email about educating yourself to become “China Ready.” Like most campus wide emails you don’t open it immediately, but then your dad tells you that as a graduation gift you can have plane ticket anywhere in the world. You still don’t open the email though because, who would want to go to China when they could back-pack around Europe and meet all sorts of other interesting American students doing the same exact thing?

But then you realize that going to Europe would only be an extended holiday and the largest cultural differences you would learn there would be what types of alcohol are favored in each country. So you search through a few weeks of past emails and find the one about studying in China, but by this time you’ve already missed the information session so you have to arrange a private meeting, it’s all good though because the guy is really excited to get a response since only four people showed up to the first session. You meet him for coffee and discuss your options for studying abroad as graduate. He recommends an internship, and it doesn’t sound like a bad idea, so you take the brochure’s he gives you and tell him you’ll email him your CV so he can help guide you with the decision making process.

You throw the brochures on your bedside table and forget them for a week, but then someone asks you what you’re doing after you graduate and all you can do is shrug your shoulders, so you decide to actually read them. You do a little internet research on the internship mediation companies you can apply to and on the cities you have the possibility to live in. Qingdao sounds like a pretty cool city (they have a brewery) so you decide to apply to Intern China and within a week you hear back from a guy named Jaime Bettles, who sends you really nice emails that make you more and more excited about the prospect of living in China. You send him your CV and tell him you want to stay for four months in an apartment because you need your space and don’t want to wake a host family up at all hours of the morning. He’s says he likes your application and asks you to pick around ten internships from a list of name-less descriptions. You decide to apply for a couple of law firm internships, because maybe you will go to law school after all, but then some media companies peak your interest so you throw them in at the end.

A couple weeks later, Jaime emails you back to tell you that he thinks one of the media companies would be best for you – they’re a local magazine with a laid back environment, and you agree because you’re actually quite happy you won’t be working in a law firm. He puts in you touch with the company, it’s called Redstar and for minute you think you’ll be working for a propaganda rag, but then you talk to the editor of the magazine and he’s from Wales and tells you that the company is guide magazine for expats – Qingdao’s version of TimeOut. The editor says they would be glad to have you for four months and you begin to get excited at the prospect of doing some writing, though you know you’ll be getting your fair share of coffee for the bosses.

One month, a check to cover rent and internship processing fees, and a four hour line at the visa office in New York City later you arrive in China on the July 4th – the irony is not lost on you. You’re greeted at the airport by a tiny German girl, thrown into a bus, then dropped off at your apartment, you have no idea where you are or what has happened in the last twenty hours. You wake up in unknown place, put on a shirt and tie then walk down to the street. You hail a taxi after a while and give the driver a piece of paper with the address of the Intern China office; you still have no idea where you are. You walk into the Intern China office and it is full of other prospective interns who are as blurry-eyed as you. After a brief getting to know each other period, you all exchange numbers and then are shipped off for your different meet and greets with the companies you will be working for. About half of the interns you have just met will be your new friends.

You arrive at your new office and finally meet the boss you’ve been emailing for the last three months, he immediately tells you to lose the tie. You take and instant liking to him and are happy that you get to wear jeans and sandals to work. You discuss what your job will be with the company and are told to come back at ten the next morning. Deciding to head back to your apartment by bus, it is the first time you experience a rush hour in Qingdao; three of the largest cans of sardines you have ever seen pass before you have the courage to fight your way into one of them. A half-hour later you arrive at your apartment after suffering through the stagnant July bus-air that carried you to this final destination. Your shirt now looks like you ran home.

Later that night you decide to take a walk in the areas that surrounds your apartment complex. Stares from stranger on the street, looks full of confusion and curiosity greet you throughout your walk while each child that you pass point and then shout something to their parents – you will later learn this word mean ‘foreigner.’ For the first time in your life you are beginning to sense what it feels like to be a minority, and the feeling is shit. You stop into a restaurant and order by pointing at unknown characters on a menu, just praying that it is something pleasantly edible. Thoughts race through your head that you will never be used to living in China, it is too different and the people too unfriendly and weary of ‘foreigners.’ You go back to the apartment and think about everyone and everything that you miss from home; then you go to sleep.

You wake up to a sunny but cold morning in October; the last of your three alarms is screaming that it is now 8:30. You wake up and go through your normal pre-work routine, then run down to the convenience store beneath your home. You grab a bottle of water and say hello to the guy behind the counter then start walking towards the bus stop, waving at some people who are doing their morning exercises in the apartment complex courtyard. You hop on the usual bus, settle into a seat, and throw your iPod ear buds in to pass the time it takes to get to work. Arriving at work a little before ten, you make a coffee and turn on your lap-top to start the day’s assignments. Lunch roles around a quick two hours later and you and some co-workers go down to the market across the street to bring a healthy amount of cheap delicious food back to the office. The lady you visit almost every day to buy lunch from smiles and starts preparing the usual, (some rice with fish-flavored pork) while you two have quick talk full of simple pleasantries.

The rest of the work day goes by quickly and afterwards you walk down to language school you teach English at. The four cute little four year olds who you teach greet and hug you before the start of two hours of lessons, games, and songs. The class ends with you promising to pick each kid up and hang them upside down, the parents love you for teaching their children and letting them have fun. After class you call your friends and meet them at street BBQ for dinner. Once at the restaurant, those who can speak the best Chinese do all of the ordering. During dinner you get a phone call from a friend in your apartment building that you met by chance, he asks you to join him and his family for a day-hike at the local mountain. Ever since you met him and his wife, they’ve invited you into their home several times and now refer to you as their son’s uncle. Your friend usually tries to talk you into considering a job in international trade while the two of you run and play basketball, and you politely tell him you’ll consider it.

After dinner of few of your friends with host families head home because they told them they wouldn’t be out too late, the rest of you go to a local bar to have a couple drinks and talk for a while. Most of the conversation focuses on the last weekend’s trip where you and eight others climbed the 7,000 steps leading up to Mt. Tai. Waking up at five in the morning, while the wind was still blowing the night’s frost through everyone’s thin layers of clothing, you climbed for twenty minutes to see the sun smile for the first time of the day. You laugh with your friends at the hilarity of the crowd that was there to watch the sunrise with you – thousands of Chinese tourists dressed in the same rented winter military jackets. You finish your drink and then everyone parts ways, it is only Thursday and most of you have to work in the morning.

You hail a taxi and tell the driver the address of your home, making sure he takes the quickest route instead of the meandering route for tourists. Back in your in apartment you set the alarms for the morning and lay down to go to sleep. You remember every early thought you had about wanting to leave this place, every frustrating moment on a rush hour bus, or miscommunication with a waiter or taxi driver. Thoughts of each new friend you met here race through your mind, as does the sad prospect of leaving them. You see how silly it was to have been so concerned with leaving this place in the first couple weeks you were here and now how cruel it is that this early wish has been granted at a time when you’ve grown to love it here.

RJ Hine

Montag, 10. Oktober 2011

Master oder Promotion im Ausland? Große Studienmesse in Frankfurt

(Gastbeitrag: Björn Schlesinger, QS Topgradschool)

Viele Wege führen ins Ausland, doch wie finde ich den für mich richtigen? Praktikum, Auslandssemester oder vielleicht doch ein ganzes Studium?

Bei der Entscheidung für ein weiterführendes Masterstudium oder Promotion im Ausland bietet die Studienmesse QS World Grad School Tour alle Infos direkt aus erster Hand von Universitäten aller fünf Kontinente. Zu Gast sind in diesem Jahr u.a. führende europäische Business Schools, wie beispielsweise IE, EM Lyon, HEC, St. Gallen, ESSEC, Cranfield und Manchester. Der Eintritt zu der Messe ist frei.

Die Veranstaltung bietet Studenten, Absolventen und Berufstätigen Informationen zu Master- und Doktorats-Programmen in Deutschland und der ganzen Welt. Repräsentanten und Alumni weltweit führender Universitäten und Business Schools beraten persönlich über Ihre konsekutiven und nicht-konsekutiven Programme, Zulassungsvoraussetzungen sowie Stipendien. Die Vielfalt der Programme reicht dabei von kreativen Studiengängen, IT und Managementkursen. In diesem Bereich ist die QS World Grad School Tour in diesem Jahr besonders stark vertreten und bringt Studenten, die an einem wirtschaftlichen Studium interessiert sind, sieben der Top 20 gerankten europäischen Business Schools nach Frankfurt.*

Zum Beginn der Messe findet um 13:00 Uhr zusätzlich ein Infoseminar mit dem Titel „Understanding the Application Process“ statt, in dem Zulassungsbeauftragte der Universitäten Bewerbungstipps aus erster Hand geben.

Zu den Ausstellern gehören in 2011 unter anderem: IE Business School, Universität St. Gallen, University of New South Wales, EM Lyon Business School, Grenoble GGSB, ESSEC Business School, HEC Paris, NYU Tisch, Cranfield University, City University of Hong Kong, CEU, University of Edinburgh, Hult, EDHEC Business School, Università Commerciale Bocconi, Kühne Logistics Universität und viele mehr …

Der Eintritt zu der Messe ist frei. Besucher können sich vorab online auf www.topgradschool.com registrieren.

*Quelle: QS Global Top 200 Business Schools Report

Termin und Programm
Frankfurt - Samstag, den 22. Oktober 2011
Messe Frankfurt – Congress Center, Saal Harmonie
Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt
13:00 – 14:00 Uhr – Seminar „Understanding the application Process“
14:00 – 17:00 Uhr – Messe



Weitere Messen und Karriere-Messen findest du auch in der Karrieremessen-Übersicht von Studentenpilot.de.


Dienstag, 20. September 2011

Auslandsaufenthalt in China - Teil 6: Samuel Jung

(Gastbeitrag: Samuel Jung)

Foto © Samuel Jung
Als ich nach langer Zeit in Südafrika 2009 zurück in meine deutsche Heimat kam, begann ich mein Studium, International Business Economics an der Martin-Luther-Uni Halle. Da ich nach 4 Semestern der Theorie müde war, fasste ich den Entschluss, in Ostasien ein Praktikum in einem nennenswerten Zeitraum zu absolvieren. Über die Vermittlung von InternChina kam ich an meine spannende Position bei einer deutsch-chinesischen Unternehmensberatung in Qingdao im Osten Chinas. Derlei Vermittlungen sind unter anderem deswegen hilfreich, da die chinesische Bürokratie wesentlich komplizierter als unsere deutsche ist und man zum Beispiel bei der Registrierung als Ausländer bei der örtlichen Polizeistelle Hilfe braucht. Besonders dann, wenn man nur mäßig Chinesisch spricht. Außerdem bringt es einige Hürden mit sich, eine Wohnung anzumieten oder ein Visum zu beantragen, die man mit den richtigen Tipps aber leicht überspringen kann.

China ist für mich aus vielen Gründen ein spannendes Ziel: Natürlich bietet die imposante wirtschaftliche Entwicklung Chinas, ihre Schattenseiten und großen Vorzüge, viel Lernstoff, der in mein Studium passt. Doch mich interessiert stark, wie dieser viel diskutierte und oft auch breitgetretene Fakt das Leben der Menschen beeinflusst. Dazu kommt, dass China sich oft genug starke Angriffe gefallen lassen muss, die vermeintlich antidemokratische Haltungen vorwerfen. Zu wenige haben sich bislang auf den Weg nach Fernost gemacht, um zu sehen, wie es wirklich ausschaut und wir, die wir diesen Schritt gewagt haben, erleben ein weltoffenes, kulturell reiches Land, mit Menschen, mit denen man natürlich auch über Politik diskutieren und das ganz normale Alltagsleben von jungen Menschen leben kann.

Ich habe bereits in den USA und Südafrika gelebt und gelernt und oftmals erkenne ich zu diesen Ländern keine großen Unterschiede. Bis auf folgende, eher alltägliche Dinge, die China so interessant machen: Das Essen ist unfassbar vielfältig. Oftmals kann ich mich gar nicht entscheiden oder habe ganz einfach noch nie von derlei Speisen gehört. Wir „Langnasen“ sind auch in Metropolen wie Qingdao, mit seinen 8,5 Mio. Einwohnern, eine Sensation. Besonders wenn wir in der Gruppe unterwegs sind, kommt es mitunter schnell dazu, dass sich Menschen um uns scharen, Fotos mit uns machen wollen oder einfach darauf neugierig sind, woher wir kommen und was wir in China machen.

Wer also den größtmöglichen Exotikfaktor, eine spannende, völlig andere Kultur sucht und dazu noch ein begrenztes Budget hat, sollte nach China gehen. Es gibt kaum andere Orte, an denen man so viel Neuem begegnet, dabei den gewohnten Lebensstandard hält und im Alltag kaum Geld ausgibt. Verglichen mit unseren Preisen ermöglicht das Leben in China enorm viele Freiräume: Alltägliche Dinge kosten umgerechnet kaum Geld. Ein Auszug: Busfahrt 0,10 €, Taxifahrt 1 bis 2 €, eine volle Mahlzeit 1 €, DSL-Flat 11 € pro Monat. Die Liste setzt sich so fort, sodass China gerade für Studenten das perfekte Ziel ist.

Ich kann jedem, egal welchen Studienfachs, nur empfehlen, China für sich zu entdecken. Man spürt förmlich den Neubeginn im Land, kann durchaus einige Abenteuer erleben, bereichert sein Studium durch Praktika und schont dabei den ohnehin löchrigen Geldbeutel.

Samuel Jung
Martin-Luther-Universität Halle

Links zum Thema:
Rubrik Auslandsaufenthalte auf Studentenpilot.de

Montag, 12. September 2011

Auslandsaufenthalt in China - Teil 5: Ben Rigby

Foto © Ben Rigby
(Gastbeitrag: Ben Rigby)

Grüße aus der vielleicht schönsten Küstenstadt Chinas

Wie die meisten Studenten fragte ich mich, was ich über die Sommersemesterferien machen könnte. Anstatt in den Urlaub zu fahren oder einen Nebenjob zu suchen, dachte ich mir, sollte ich etwas Außergewöhnlicheres, etwas Spektakuläres machen. Da ich gerne Reise, war ich heiß auf einen echten Kulturschock - und nun sitze ich im 16. Stock in Qingdao, mit meinem spektakulären Blick auf das Meer!

China war für mich schon immer ein fernes Land, das auf Entdeckung wartete. Nach einigen eher erfolglosen Stunden im Internet, landete ich schließlich auf der Seite von „Intern China“, geführt von Jamie Bettles, der wie ich aus Sheffield kommt (klein ist die Welt). Und wie es das Schicksal so wollte, war er gerade auf der Suche nach einem englischen Praktikanten. Und ehe ich mich versah, saß ich in diesem unglaublich „sicher“ ausschauenden russischen Flugzeug nach Qingdao.

Qingdao ist eine unglaubliche Stadt! Keiner meiner Freunde hatte je etwas von ihr gehört, und doch zählt sie stolze 8,5 Millionen Einwohner. Qingdao war zu den Olympischen Spielen 2008 Austragungsort der Segelwettbewerbe und liegt direkt am Meer. Wunderschöne Strände runden das moderne, ziemlich saubere Stadtbild ab. Es ist lustig all die europäischen Bauten in der Altstadt zu sehen, es sind die Überbleibsel aus der deutschen Kolonialzeit.  Man fühlt sich schon fast heimisch.

Am stärksten hat mich der Verkehr hier schockiert. Da ich zuvor noch nie in Asien war, kannte ich die Verkehrsverhältnisse nur von Erzählungen und Videos. Aber das live zu sehen ist schon „interessant“. An das ganze „Gehupe“und „Gedrängel“ muss man sich als Engländer erst mal gewöhnen. Aber immerhin beachten sie die Ampeln, das scheinen sie den Spaniern schon einmal voraus zu haben. Positiv ist auf jeden Fall, dass die öffentlichen Verkehrsmittel sehr günstig sind, die 30-minütige Busfahrt zur Arbeit kostet mich nur ca. 15 Cent. Was mir hier auch noch super gefällt, ist das unglaublich leckere, abwechslungsreiche und günstige Essen. Für 3-5 Euro kann man sich in der Regel in einem Restaurant satt essen. Mag man es etwas abenteuerlicher, so geht man zum Street-BBQ und bezahlt für ein „All You Can Eat“-Abendessen mit reichlich Bier um die 3 Euro. Das berühmte Tsingtao Bier ist ebenfalls sehr schmackhaft und erleichtert einem Engländer das Leben in Qingdao doch sehr.

Ich kann ein Praktikum in China und vor allem in Qingdao absolut weiterempfehlen. Es ist eine großartige Erfahrung. Man lernt so viele Leute aus aller Welt kennen und verbringt eine wahnsinnig schöne Zeit hier.

Schöne Grüße aus Qingdao
Ben Rigby
The University of Sheffield

Links zum Thema:
Rubrik Auslandsaufenthalte auf Studentenpilot.de

Montag, 22. August 2011

Auslandsaufenthalt in China - Teil 4: Sophie M. Giessner

Mein Weg nach China
(Gastbeitrag: Sophie M. Giessner)


Hallo liebe Studenten, hallo liebe Leser!

Foto © Sophie M. Giessner
Während meines zweiten Semesters verachte ich ein zweimonatiges Praktikum im Marketing- und Salesbereich eines internationalen Krankenhauses in China. Wie es dazu kam, was sich mir für Steine in den Weg legten und was ich für Erfahrungen gemacht habe, erfährt ihr in einem kleinen Bericht von mir, Sophie M. Giessner.

Vorbereitung:

Ich war ziemlich knapp dran mit der Organisation eines Praktikums und wusste auch nicht wirklich, in welche Richtung es gehen sollte.
Da kam mit die Idee von  der Praktikumsbeauftragen meiner Uni sehr gelegen, mein Praktikum doch im Ausland zu absolvieren und die zündende Idee hatte sie auch noch: Frank Lenhardt, Direktor einer Praktikumsvermittlungsagentur für China. Ich bekam seine E-Mail-Adresse und setzte mich noch am gleichen Tag hoffnungsvoll mit ihm in Verbindung. Er schrieb mir auch sogleich eine sehr lange und ausführliche Nachricht zurück, in der er mir alle Fragen sehr genau beantwortete. Ich war begeistert!

Ich interessierte mich sehr für die Kultur, zugleich sah ich bereits den Chinaaufenthalt auf meinem Lebenslauf. Nur eine nicht unwesentliche Tatsache trübte meine Gedanken an China: der Preis.

Man hatte bei „Internchina“ die Möglichkeiten sich aus verschiedenen Optionen seinen Aufenthalt individuell zusammen zu buchen und meine bevorzugtesten Optionen waren zu gleich die Teuersten.  Für die Hauptsaison in einem Apartment, täglichem Sprachkurs plus die Standardleistung von „Internchina“ wie Praktikumsvermittlung, Abholung vom Flughafen etc. kam ich auf die stolze Summe von knapp dreieinhalbtausend Euro, zuzüglich der Flug. Da ich mir das Praktikum weitestgehend selbst finanzieren musste, sah ich die Idee schon in weiter Ferne.

Ich besprach mit Frank meine Befürchtung und fragte ihn, ob er mir im Preis entgegenkommen könne, sollte ich andere Studenten anwerben, mit mir zusammen das Praktikum zu absolvieren. Er war einverstanden und innerhalb kürzester Zeit überschlugen sich die Dinge. Ich erzählte einigen Mitstudenten von meinen Plänen und ich hatte Glück, bei zwei Männern aus meinem Kurs war ein Auslandspraktikum in China genau das Richtige.

Wenige Tage später hielt Frank eine sehr gelungene Präsentation in der bbw, um neue Studenten für China zu akquirieren. Nach der Präsentation gingen wir zu dritt zu ihm und klärten in einem ausgiebigen Gespräch alle Einzelheiten. Eine ungefähre Summe wurde genannt, die meine Hoffnung maßlos überstieg und Details und das weitere Vorgehen wurden besprochen.

In den nächsten Tagen wurden uns einige Praktikumsmöglichkeiten vorgeschlagen und wir entschieden uns für ein Praktikum in der Marketing- und Sales-Abteilung in einer privaten Klinik in der chinesischen acht Millionen-Metropole Qingdao. Die Frage war noch offen, ob uns das Krankenhaus auch alle drei nehmen und ob wir bezahlt würden.

Mit der Bezahlung ist es in China etwas anders. Nach chinesischen Maßstäben müssen Praktikanten eigentlich selbst Geld zahlen, um ein Praktikum in einem Unternehmen absolvieren zu können. Man solle ihm ja was beibringen, dafür müsse er ja dann auch zahlen. Das ist bei chinesischen Studenten gängiges Verfahren, bei Europäern ist das etwas anders. Da akzeptiert man es auch, ihnen etwas beizubringen, ohne eine Bezahlung zu verlangen, nach einigen Verhandlungen haben wir drei es sogar geschafft, 100 Euro im Monat zu bekommen, was eine Menge Geld in China ist (ein normaler Angestellter bekommt durchschnittlich ca. 150 Euro im Monat).

Nach einem Telefoninterview bekamen wir drei auch die Zusage für das Praktikum (naja, ehrlich gesagt wurden die beiden Jungs interviewt, ich bekam aufgrund meiner blonden Haarfarbe einen Bonus und wurde auch ohne Bewerbungsgespräch genommen).

Am 1. Juli 2011 würde es losgehen. Uns blieb nur noch knapp ein Monat Zeit, ein Visum zu beantragen und die Flüge zu buchen. Es ging zum Glück alles glatt über die Bühne. Der Flug war lang, aber angenehm. Was nicht zuletzt an der Serviceorientiertheit der China Air lag.

Ich musste in Shanghai umsteigen und verbrachte die nächsten sechs Wartestunden mich mit dem chinesischen Internet bekannt zu machen, die wenigsten Seiten funktionierten.

Mein erster Eindruck:

Als ich in Qingdao ankam, goss es aus Kübeln - im Ernst, ich dachte die Welt geht unter. Niemals zuvor habe ich solche Regenmassen miterlebt. Ich wurde pünktlich vom Flughafen abgeholt und es ging mit dem Bus weiter in die Innenstadt, wo ich wohnen sollte. Im Bus konnte ich mich gleich mit den Gewohnheiten der Chinesen vertraut machen und war, sagen wir mal, überrascht.

Ich will nicht sagen, dass ich blauäugig nach China gefahren bin, im Gegenteil, ich habe mich über alle möglichen Quellen über die Gewohn- und Gepflogenheiten der Chinesen informiert und kann alle Go- und NoGoes auswendig. Aber was man live vor Ort erfährt, kann kein „Umgang mit chinesischen Geschäftsleuten“ erklären.

Es wurde geröchelt, gerotzt gedrängelt und geschubst. Irgendwie musste ich auch lachen, so absurd kam es mir zu Beginn vor. China ist wirklich eine komplett andere Kultur, als unsere westliche. Mehrmals wurde ich beinahe von vorbeirasenden Autos umgefahren, denn Rücksicht wurde nicht genommen.

Eins lernte ich: In einer solchen Millionenstadt ist sich jeder selbst am Nächsten. Allerdings alles wurde mit einer solchen Freundlichkeit gemacht, dass man (beinahe!) wohlwollend über die Missetaten hinwegsehen konnte. Jeder lächelte und strahlte, vor allem uns Europäern wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Blonde Haare, blaue Augen?! Wow! Du wirst geliebt! Da wird dann wohlwollend über die westlich große Nase hinweggeschaut.

Trotz dessen sich China durch die Industrialisierung sehr westlich orientiert hat und die Chinesen mittlerweile auch in 132 Länder unter Kompromiss Urlaub machen dürfen, sind Europäer eine kleine, beinahe eine große Sensation. Du wirst angestarrt, fotografiert und sogar angefasst. Abends im Club gibt’s Getränke umsonst und im Restaurant wirst Du bevorzugt behandelt.

Einerseits genieße ich natürlich eine solche Aufmerksamkeit, anderseits steh ich dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber. Meines Erachtens verkaufen sich die Chinesen mit solch unterwürfigen Gesten unter Wert und man merkt durch ein solches Verhalten, dass sich das einst so arme Schwellenland trotz einer Wachstumsrate von knapp 9,5% (vgl. Deutschland 3,6%) noch in der Entwicklung befindet.

Das Praktikum:

Jeden Morgen hieß es um sechs aufstehen, um unseren Chinesisch Sprachkurs anzutreten, danach ging es dann weiter in die Klinik, um des nachmittags und abends das Marketing auf Vordermann zu bringen. Ein Uniprofessor war vor meinem Chinaaufenthalt so nett, mir eine sehr hilfreiche Publikation zu empfehlen: „Vom Umgang mit chinesischen Geschäftsleuten“ vom DIHK.

Auf 124 Seiten bekommt man einen ungefähren Eindruck auf was die Chinesen im Geschäftsleben Wert legen und was sie als „Gesichtsverlust“ auffassen (Anm. „Konflikte, Probleme und Unangenehmes werden möglichst nicht angesprochen, auch beschwert sich der Chinese nicht, wenn ihm etwas missfällt. Wer meckert riskiert sein Gesicht zu verlieren […]“ 1)

Auch Greg und Kobe, mit denen ich zusammen in China war, haben sich belesen und wir legten die chinesische Knigge-Regeln zusammen und fühlten uns einigermaßen vorbereitet. Wir einigten uns darauf erst einmal abzuwarten, wie die Chinesen uns gegenübertreten würden und uns anzupassen, ohne jedoch unsere europäischen Wurzeln zu vergessen, denn immerhin haben sie ja Europäer in ihrem Unternehmen eingestellt, um sich von unserem Arbeitsstil inspirieren zu lassen.

Der Sittenunterschied war jedoch nicht so schlimm wie erwartet, was vermutlich auch an dem internationalen Standard unserer Klinik lag. Unser Chef war sehr offen und zudem auch sehr westlich orientiert. Er erzählte uns, dass er viele Jahre in Texas lebte und zudem auch nur ausländische Patienten in seiner Klinik haben möchte, Chinesen hätten nicht das nötige Kleingeld. Nur beim Arbeitsstil machten sich seine chinesischen Wurzeln durchaus bemerkbar.

Nach einer kurzen Einführung der Klinik wurde uns gesagt, was wir grob zu tun hätten. Wir sollten Kunden akquirieren - neue gewinnen, alte erneut anwerben. Zudem sollten wir andere Unternehmen besuchen, unsere Klinik vorstellen und Geschenke vorbeibringen (richtig gehört: Geschenke vorbeibringen).  Soviel zu unseren Aufgaben! Mit diesen vagen Informationen versuchten wir uns erste  Informationen von der Homepage und irgendwelchen Broschüren zu holen, sodass wir überhaupt einen Anhaltspunkt hatten, was die Klinik machte und was wir den Kunden erzählen sollten.

Da wir im Vorfeld schon wussten, dass in China Aufgabenstellungen eher larifari gegeben wurden, haben wir uns die ersten Tage selbst Arbeit  gesucht und uns an die Korrektur der Homepage gemacht. Wir fragten unseren Chef, ob das in Ordnung wäre und er nickte es ab. Zudem schrieben wir Texte um, korrigierten Grammatik und verbesserten den Aufbau,  um zum Schluss unsere Vorschläge in einer Präsentation der Chefabteilung unserer Klinik vorzustellen (immer darauf bedacht, es wie Verbesserungsvorschläge aussehen zu lassen und nicht wie notwendige Korrekturen).

Darüber hinaus erstellten wir einen Telefonablauf mit möglichen Fragen und einer ungefähren Verlaufsvorgabe für ein Kundengespräch und verfassten einen Newsletter für Alt- und für Neukunden. Als wir nach zwanzig Stunden müheseligem Zusammensuchen von Informationen, Überarbeitung der Homepage, Verfassen von englischen Texten, vielen neuen Ideen und einem kleinem Businessplan in Sachen Marketing die Ergebnisse Dr. Lou präsentierten, kam raus: Die Homepage ist schon in Bearbeitung und beinahe fertig gestellt, Newsletter für Alt- und Neukunden existieren bereits und es gibt einen englischsprachigen Flyer, der alle Leistungen der Klinik aufgelistet hat.

Alle Arbeit umsonst und das obwohl wir jeden Abend Dr. Lou unsere am Tag erarbeiteten Ergebnisse präsentierten, er hat keinen Ton gesagt! Den Fehler wollten wir kein zweites Mal machen, wir beanspruchten Dr. Lou mehrere Stunden und zogen ihm alle Informationen aus der Nase, ohne Rücksicht auf seine Zeit o.s. Und endlich bekamen wir wichtige Informationen, mit denen wir uns auch bei einem persönlichen Vorstellen der Klinik etwas anfangen konnten, ohne uns maßlos durch Unwissenheit zu blamieren.

Das dachten wir jedenfalls in dem Augenblick ...

Eine Woche darauf sollten die ersten Kundentelefongespräche anfangen, in denen wir auch persönliche Treffen ausmachen sollten. Wir hielten uns an den von uns erstellten Ablaufplan und schafften es sogar, einige Termine klar zu machen. Teilweise verliefen die Telefonate gut, meist, wenn unser Gesprächspartner keine weiteren Fragen stellte, sondern uns einfach einen Termin gab. Anderseits gerieten wir ins Stocken, wenn wir die simpelsten Fragen nicht beantworten konnten oder wir gefragt wurden, weshalb wir einen Termin ausmachen wollten („Ähmm. Wie wollen unsere Klinik vorstellen und Geschenke vorbeibringen…?!“) Wir hatten einfach kein Hintergrundwissen, obwohl wir unser Bestes versuchten. Mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch erwarteten wir die nächste Woche und die uns bevorstehenden Termine.

Am Montag wurden wir eingesammelt und fuhren in Begleitung einer Krankenschwester, die uns zu Beginn helfen sollte, zu  einem fünf-Sterne-Luxus-Superior-Hotel.

Mittlerweile gingen wir etwas emotionsloser an die Sache ran und widersprachen auch nicht, als diese durchaus passende Adresse einer „Ausländersammelstelle“ zum „Üben“ für uns Praktikanten genutzt wurde. Angefangen hat unser gelungener Auftritt,  dass wir keinen Ansprechpartner hatten. Es wurde ein Termin mit der Management-Abteilung gemacht, aber keiner wusste genau mit wem?!? Nach ewigem Hin und Her sind wir einer Dame aus der Personalabteilung zugewiesen worden, die sich mit „Sissi“ vorstellte. Wir haben kurz erklärt warum wir hier sind, danach hat unser Wissen aber auch aufgehört und die Krankenschwester übernahm das Wort in Chinesisch.

Ab und zu hat sich Sissi mit Fragen zur Klinik an uns gewandt, die wir aber alle nicht beantworten konnten. Sollte sich Sissi über den sehr amateurhaften Auftritt gewundert haben, hat sie es sich nicht anmerken lassen. Sie fragte freundlich interessiert nach Infomaterial, welches aber von der Klinik nicht wirklich existierte. Anstelle dessen überreichte ich ihr die Visitenkarte von unserem Chef (Anm. Visitenkarten überreicht man IMMER mit beiden Händen und nimmt diese auch so entgegen, studiert diese dann aufmerksam und legt sie voller Achtung auf den Tisch vor sich oder packt sie separat(!) in ein Visitenkartenetui - ansonsten wird es als respektlos gesehen und es droht Gesichtsverlust).

Nachdem wir in den kommenden Wochen die Informationsmaterialen fertiggestellt und den Prozess der Kundenakquise nach chinesischen Maßstäben optimiert haben, konnten wir während unseres Aufenthalts die Kundendatei an Klinikzuweisern nahezu verdreifachen. Da wir neben dem Praktikum auch fünf-Tage die Woche Mandarin-Unterricht hatten, haben wir nicht nur erste Einblicke in die chinesische Krankenhauswelt erhalten sondern auch unsere Sprachkenntnisse maßgeblich verbessern können.

Fazit:

Guanxi und Renqing = „Im chinesischen Kulturraum ist es sehr wichtig interpersonale Kontakte zu pflegen. Ohne ein funktionierendes Beziehungsnetz ist es vor allem für Fremde sehr schwierig in China Fuß zu fassen.“ 2)

Alles in Allem war es eine hervorragende Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann. Man lernt Sachen aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und man lernt auch, wie man Arbeiten eben nicht angeht und durchführt.

Auch wenn ich stark pauschalisiere, aber allein die Arbeitsweise- und Philosophie unserer Klinik und vieler Chinesen im Allgemein ist durchweg anders als in Deutschland. In China läuft alles langsamer, der Alltag ist hektisch, aber der Geschäftsprozess ist laaaangsammm. So langsam, dass man schon mal ungeduldig werden kann. Ich muss eingestehen, dass die Deutschen Kontrollfreaks sind, die im Akkord Arbeiten verrichten und minutiös ihre Zeit planen. Das ist allerdings das System das ich kenne und schätze und ich habe mich schwer getan, mich auf den chinesischen Arbeitsprozess einzustellen. So ist zwar die Arbeitszeit in China fast konkurrenzlos günstig, jedoch zwingen sowohl die mangelnde Eigeninitiative als auch die Produktivität jedes Einzelnen kulturell bedingt jeden Neuankömmling dazu, erst einmal umdenken zu müssen.

Im Fokus der chinesischen Lebens- und Arbeitskultur stehen eher zwischenmenschliche Beziehungen, die aus Sichtweise des westlichen Werteschemas eine Mischung aus Selbsterniedrigung und überschwenglichen Respekts vor einander darstellen. Schwer nachvollziehbar ist in unseren Kulturkreisen auch die hier noch tief verankerte Grundattitüde der „Überlegenheit des Wohlhabenderen“. Dies macht sich besonders bemerkbar, als dass man als Europäer wie eingangs erwähnt nicht nur bewundert wird, sondern auch mit besonderem Respekt und Hingabe behandelt wird – sei es durch schnellere Bedienung im Restaurant oder durch entsprechende Verhaltensmuster im öffentlichen Umgang miteinander.

Abschließend muss ich sagen, dass allein der vielzitierte „Clash of Cultures“ dieses Praktikum zu einer Lebenserfahrung gemacht hat, die sich zwar auch im Lebenslauf mehr als gut unterbringen lässt, aber vor allem als persönliche Erfahrung sehr wertvoll für mich war. Für jeden, der noch mit sich hadert, ob ein Auslandsaufenthalt – sei es als Praktikum oder vielleicht sogar als Auslandssemester – sinnvoll ist, kann ich solch eine Erfahrung uneingeschränkt empfehlen.

Natürlich helfe ich jedem gern, der ähnliches vorhat, mit Informationen oder Tipps, um den Einstieg in solch ein Praktikum so unkompliziert wie möglich zu gestalten.

Eure Sophie M. Giessner

Links zum Thema:
Rubrik Auslandsaufenthalte auf Studentenpilot.de

1) Dr. Sylvia Lott „Vom Umgang mit chinesischen Geschäftsleuten“ vom DIHK vgl. S. 24-25
2) Markus Eidam, freier Trainer und Coach in den Bereichen „interkulturelle Kommunikation" und „Organisationsentwicklung"



Dienstag, 16. August 2011

Auslandsaufenthalt in China - Teil 3: Sebastian Stagl

(Gastbeitrag: Sebastian Stagl)
Foto © Sebastian Stagl
Nun bin ich schon seit fünf Monaten hier. Im Land der Mitte, wie die wörtliche Übersetzung beschreibt. Mittendrin in dieser anderen, fremden Kultur. Mittendrin in den Wirren dieser anderen, zunächst unverständlich erscheinenden Sprache. Mittendrin in einem ganz anderen Leben.

Ich bin übrigens Sebastian Stagl. In Wien geboren und in Österreich aufgewachsen. Im Zuge meines Studiums habe ich mich nun mit meinen 22 Jahren (23, wenn man chinesisch zählt…) auf den Weg rund um den Globus gemacht um hier in China ein Praktikum zu absolvieren.

Als ich am 17. Februar 2011 die monglisch-chinesische Grenze im Zug überquert habe, habe ich gerade noch die letzten Feuerwerke des ausklingenden Frühlingsfest in der Ferne sehen können. Als mich die Sonnenstrahlen in der Früh des nächsten Tages wieder geweckt haben, war ich dann plötzlich wirklich da. In dem Land, in dem ich die nächsten sieben Monate verbringen sollte. Hätte ich nicht gewusst, wo ich bin, hätte ich es an den geschwungenen Dächern, dem vielen Rot und den überall im Wind dahintänzelnden Laternen erraten können. Oder kurze Zeit später an der Großen Mauer, die sich ein paar wenige Kilometer vor meinem ersten Ziel, Peking, plötzlich gezeigt hat.

Nach zehn Tagen in Peking machte ich mich schließlich auf den Weg um „nach Hause“ nach Qingdao zu fahren. So fragwürdig es auch scheint, irgendwohin „nach Hause“ zu fahren, obwohl man noch nie dort war, war es genau das, was ich gefühlt habe. Denn es hat jemand auf mich gewartet – meine chinesische Gastfamilie. Wie sich später herausstellen sollte, war diese eine von zwei Familien, bei denen ich während meines Aufenthaltes wohnen sollte. Bei zwei Familien zu wohnen eröffnete mir einen weiteren, ziemlich beeindruckenden Einblick in das China, das man zurzeit vorfinden kann. Vom lauten, lebhaften China, in dem man das Duschwasser auffängt um damit die Toilette zu spülen, bin ich nach zweieinhalb Monaten in das verschwenderische, protzig angeberische China mit vierstöckigen Villen am Strand gezogen. Nicht ich sondern der Zufall war es, der dies so wollte. Dank diesem hab ich nun ein für mich sehr vollständiges Bild bekommen, dass Aufschluss über viele Dinge gibt und so manches erklärt, das man durch bloßes Zeitunglesen nicht vesteht.

Doch beide Leben haben etwas gemeinsam. Und zwar, dass sie zu einem großen Teil auf der Straße stattfinden. Seien es die zahlreichen kleinen Obst- und Gemüsestände, ausgelagerten Restaurants und euforischen Händler oder die vertieften Taiji-Boxer, sportelnden Pensionisten und der singende Chor. Die Straßen Chinas sind nie leer. Diese Aktivitäten finden dann entweder ganz früh morgens, wenn ein europäischer Durchschnittsstudent von einer durchfeierten Nacht heim kommt, oder abends, wenn die Nacht schon eingesetzt hat, statt. Denn eines versuchen die Chinesen zu meiden – die Sonne. Weiß sollte man sein um zu zeigen, dass man es nicht nötig hat, einer Tätigkeit im Freien nachgehen zu müssen. Deshalb habe ich auch kaum einen Sommertag verbracht ohne dem Schirm eines sonnenscheuen Mädchens ausweichen zu müssen.

Neben dem Sonnenschirm gibt es übrigens noch einige weitere Kuriositäten, denen man im täglichen Umgang mit Chinesen nicht entkommt. Da wäre zum einen der obligatorische Nagelzwicker am Hosenbund der Männer, den man(n) dann am besten immer und überall – sei es im Bus, in der Schlange zum Ticketschalter oder im Büro – auspackt und seine Umwelt „beglückt“. Zum anderen wird man keinen Tag verbringen ohne einen Chinesen in der typischen Hockstellung zu erblicken. Die Sitzposition scheint von Geburt an fleißig trainiert zu werden um so manche Alltagssituationen, wie zum Beispiel den Toilettenbesuch (im Prinzip ein Loch im Boden) oder das Warten auf den nächsten Bus (natürlich in Hockstellung), so komfortabel wie möglich zu gestalten.

Ein äußerst interessanter Moment meiner „chinese experience“ war als ich mit der chinesischen Medizin in Berührung gekommen bin. Seit Jahrtausenden praktiziert, findet die traditionelle Medizin noch immer regen Anklang in der Bevölkerung. Um dies zu testen, haben sich ein paar Ausländer und ich auf den Weg zur Feuermassage gemacht. Kurze Zeit nach Ankunft stand mein Rücken auch schon in Flammen um die bösen Energien und Schadstoffe aus meinem Körper zu vertreiben. Das Ganze wurde anschließend mit dem sehr, sehr leckeren und typisch chinesischen Hotpot – dem Feuer von innen – abgerundet.

Sehr lustige und aufschlussreiche Momente hatte ich auch im Bus, denn die tägliche, einstündige Fahrt in die Arbeit allein liefert das nötige Material um eine ganze Verhaltensstudie durchzuführen. Anfangs musste ich damit kämpfen, keine Komplexe zu bekommen, denn selbst wenn ich der erste im Bus war, war der Platz neben mir immer (und damit meine ich immer) der letzte, der besetzt wurde. Warum? Weil Ausländer stinken. Das war die Antwort, die mir meine chinesischen Freunde ganz nüchtern als Erklärung gaben. Ausländer stinken also. Und Ausländer sind außerdem eklig, weil sie ein benutztes Taschentuch wieder in die Hosentasche stecken. Der Körper signalisiert doch eindeutig, dass er das Nasenmonster ausscheiden möchte und nicht wieder zurück haben möchte. Und genau aus diesem Grund rotzen und spuken die Chinesen immer und überall. Das ist für mich hie und da schon mal zu einem Art Tanz ausgeartet, als ich eigentlich nur vorhatte, gemütlich spazieren zu gehen.

Zwischen all diesen erheiternden Alltagssituationen, gab es auch noch das Praktikum, das mir den nötigen Rahmen für mein Vorhaben, die chinesische Kultur kennen zu lernen und meine Sprachkenntnise zu vertiefen, bot. Dass ich dabei nochmal ein ganz anderes China kennen lernen durfte, war mir nicht von Anfang an klar, aber verstanden habe ich es ziemlich bald. Als Praktikant im Human Resource Department eines chinesischen Staatsbetriebes bestand mein Job darin, dem Unternehmen bei der Internationalisierung zu helfen und ausländische Mitarbeiter und andere Praktikanten einzustellen.

Die täglich wechselnden Teppiche in den Aufzügen lieferten unter anderem das nötige Umfeld um die Möglichkeiten kennen zu lernen, die ein Staatsbetrieb in diesem Land hat, und einen Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen. Nicht nur durch die ganz typischen Business Dinner, bei denen man unbeschreiblich viele Regeln zu beachten hat, konnte ich enorm viel lernen, sondern durch die alltäglichen Situationen in der Zusammenarbeit mit Chinesen. Da die Arbeit in China einen richtig großen Stellenwert hat, wird der Job allem anderen voran gestellt. Aus diesem Grund sind meine Kollegen immer schon im Büro wenn ich um 8 Uhr morgens komme und bleiben hier wenn ich um 17.30 Uhr gehe. Und in der anderthalbstündigen Mittagspause wird nach einem im Rekordtempo eingenommen Mittagessen geschlafen um diesem ganzen Gesellschaftsdruck auch standzuhalten. Einfach den Kopf auf den Schreibtisch und die Welt um sich herum ausschalten. Bis heute habe ich es nicht auch nur einen Tag geschafft, ihnen das nachzumachen sondern nutze diese Zeit lieber um draußen spazieren zu gehen. Denn viel Sonne bekommt man im 15-Mann-Büro nicht. Hier bevorzugt man geschlossene Jalousien und künstliches Licht.

Einer der interessantesten Momente in dem Firmenwolkenkratzer war definitiv die offizielle Feier zum 90. Geburtstag der Kommunistischen Partei Chinas. Ist man Chinese und Mitarbeiter dieses Staatsbetriebes, ist man mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit auch Mitglied der Partei und somit natürlich bei der Geburtstagsparty mit dabei. Obwohl ich kein Parteimitglied bin, bekam ich die Ehre Augenzeuge dieses Festes zu werden. Abgesehen davon, dass ich durch die bloße Anteilnahme sehr viel über den (chinesischen) Kommunismus lernen konnte, bekam ich außerdem enorm viel Aufschluss darüber, warum Dinge in China so laufen, wie sie laufen.

Und weil in China die Dinge so anders laufen, gibt es trotz der Tatsche, dass ich ein relativ anspruchsloser, offener Mensch bin, ein paar Kleinigkeiten, die ich aus der Heimat vermisse. Allem voran das Frühstück. Die Nudelsuppe, Meeresfrüchte und der salzige Fisch, den ich bei meiner Familie morgens bekomme, hängt mir nach der ganzen Zeit schon zum Hals heraus. Die Sehnsucht nach Butter, Marmelade, Honig & Co. ist riesengroß.

Und manchmal habe ich neben der morgendlichen Nudelsuppe auch die chinesische Mentalität richtig satt. Nach ein paar Monaten, habe ich erfahren, dass es nicht nur mir so geht. Unter Ausländern in China wird dieser Moment auch oft als „China Blues“ bezeichnet. Wenn man zwei westliche Kulturen gegenüber stellt, kann man trotz vieler Unterschiede Gemeinsamkeiten erkennen. Die chinesische Kultur ist aber mit der unseren kaum zu vergleichen. Daher kann es schon mal dazu kommen, dass ich mir nichts sehnlicher wünsche als mich kurz von hier wegzubeamen. Zum Beispiel, wenn die Chinesen nicht aufhören mich anzustarren, mit dem Finger auf mich zu zeigen und laut „lao wai“ (dt: Ausländer) zu rufen. Aber irgendwie gehört dies auch schon dazu…

Was ich am Anfang über China dachte, denke ich auch jetzt noch. Nur sehe ich alles aus einer anderen Perspektive. War ich anfangs mittendrin in einer andern, fremden Kultur, weiß ich nun auch von außen betrachtet, dass China wirklich das Land der Mitte ist (so wie auf den Landkarten hier). China befindet sich in der Mitte zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Tradition und Moderne und zwischen Starre und Veränderung. Aber vor allem befindet es sich nun auch in der Mitte meines Herzens.

Spätestens in Xi’an, als ich im Sonnentuntergang mit dem Fahrrad über die Stadtmauer gefahren bin, hat es diesen Platz eingenommen.

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Dienstag, 9. August 2011

Auslandsaufenthalt in China - Teil 2: Sabine May

(Gastbeitrag: Sabine May)
Foto © Sabine May
Mein Name ist Sabine May, ich bin 25 Jahre alt und studiere an der LMU in München die Fächer Sinologie, Betriebswirtschaftslehre und Interkulturelle Kommunikation. Im Rahmen meines Sinologie-Studiums lerne ich natürlich auch Chinesisch. Da Chinesisch zu lernen nicht gerade ein Zuckerschlecken ist, muss man diese Sprache wirklich vor Ort hören, sprechen und verstehen lernen, alles andere ist aussichtslos. So entschloss ich mich im Frühjahr 2010 dafür, ein halbes Jahr Praxis-Erfahrung zu sammeln und packte meine Sachen, um ein Praktikum in Qingdao zu machen. 

Als ich meinen Aufenthalt plante, fand in meiner Universität ein Vortrag statt über das Thema „Praktika in China“. Der referierende Experte gründete 2006 seine eigene Agentur, welche Praktika, Sprachunterricht und Unterkunft in Qingdao und Zhuhai an Studierende aus Europa, Nordamerika und Australien vermittelt.

Eigenhändig Praktikumsstellen in China zu finden erweist sich oft als schwierig, kompliziert und unmöglich, da das Konzept „Praktikum“ den meisten chinesischen Managern unbekannt ist. Zudem bietet die Agentur auch Unterstützung, wenn es zu Problemen kommt. Die langwierigen Formalitäten zum Erhalt eines entsprechenden Visa, die Unsicherheit allein in eine völlig fremde Kultur zu kommen, usw. sind Schwierigkeiten, die diesem Vorhaben oft im Wege stehen.

Besonders gereizt hat mich auch der Aufenthalt in einer chinesischen Gastfamilie. Ein Leben „auf chinesisch“, das hat mich letztendlich davon überzeugt, dass Qingdao die richtige Wahl für mich ist. Und es war tatsächlich so!

Bei einer Gastfamilie zu wohnen ist zum einen eine große Herausforderung, zum anderen auch eine riesige Bereicherung. Natürlich war es anfangs für mich nicht leicht, in einem zunächst fremden Haushalt „mit zu leben“, Rücksicht zu nehmen, und sich gleichzeitig ständig Mühe zu geben, immer offen, freundlich, probierfreudig und unterhaltsam zu sein. Gerade weil meine Familie auch ausschließlich Chinesisch sprach, war die erste Phase durchaus anstrengend für mich. Dennoch habe ich meine jungen Gasteltern, meine einjährige Gastschwester und meine Großeltern, die im selben Wohnblock einige Stockwerke höher lebten, innerhalb kürzester Zeit sehr lieb gewonnen, und das Zusammenleben funktionierte wunderbar.

Nach unvergesslichen sieben Monaten, hat es mich prompt wieder hierher gezogen: Gleich nach dem Wintersemester in München habe ich zum zweiten Mal meine Koffer gepackt und bin für weitere 5 Monate zurück nach Qingdao gekommen. Diesmal wohne ich jedoch mit meinem Freund, nicht mit einer Familie.

Man mag sich vielleicht fragen: Warum wieder Qingdao? Ist das nicht langweilig? Willst du nicht auch mal was Neues sehen? Ja, klar, ich bin letztes Jahr viel in China gereist. Ich habe viele Orte gesehen und war begeistert. Aber ich liebe Qingdao!

Qingdao ist eine Küstenstadt. Das hat natürlich positive Auswirkungen auf die Lebensqualität. Im Gegensatz zu anderen Millionenstädten wie Peking oder Shanghai ist das Klima hier angenehm mild, Smog und Luftverschmutzung halten sich in Grenzen, es gibt einige breite Sandstrände und die Atmosphäre ist entspannt. Nicht umsonst wurde Qingdao 2009 zu der „lebenswertesten Stadt Chinas“ gewählt.

Die Deutschen haben hier bereits vor über hundert Jahren ihre Spuren hinterlassen, als sie das Gebiet Qingdao (damals nur ein kleines Fischerdörfchen) als Kolonie beanspruchten (von 1898 bis 1914) und die erste Brauerei Chinas eröffneten (1903). Noch heute erzeugen die erhalten gebliebenen deutschen Gebäude in Qingdao einen interessanten und spannenden Kontrast mit der chinesischen Architektur, und das weltweit bekannteste chinesische Bier mit deutschen Wurzeln wird hier in jedem Restaurant, frisch vom Fass, genossen.

Qingdao ist alles: moderne Millionenmetropole, charmante Kleinstadt und Ferienort. Sonntags treffen wir uns - Praktikanten, Freunde, Kollegen, ein bunter Mix aus Chinesen und Ausländern - regelmäßig zum Beach Volleyball am größten Sandstrand Qingdaos, Shi Lao Ren. Jeder von uns genießt diesen Tag Kurzurlaub in der sonst recht stressigen Arbeitswoche.

Auch sonst kann man hier einiges unternehmen: Ausflüge in das nahegelegene Berggebiet Laoshan zum Wandern und Klettern, Sightseeing (die deutschen Gebäude der Altstadt sind besonders sehenswert) oder Shopping im Jimolu, der größte „Fakemarket“ , den Qingdao zu bieten hat. Wer hier nicht verhandelt, zahlt mindestens den dreifachen Preis! Das Nachtleben lässt sich wohl ganz treffend mit „klein, aber fein“ zusammenfassen. Es gibt eine ganz gute Auswahl an Bars und Clubs, wo man die Nächte der Wochenenden verbringen kann. Man lernt ganz schnell nette Leute kennen, da jeder sehr offen ist. Nicht selten passiert es auch, dass man mit einer großen Gruppe auch bis zu später Stunde im Lieblings- Street-BBQ Restaurant hängenbleibt.

Manch einer mag sich fragen, was ist denn eigentlich so anders in China? Was sind denn die größten Unterschiede?

Die chinesische Kultur ist ganz anders. Werte unterscheiden sich, Denkweisen, Verhaltensmuster, Kommunikation, Sprache, Essen, Beziehungen, ... Es ist wahrscheinlich einfacher die Gemeinsamkeiten aufzuzählen, als die Unterschiede. Unterschiede in der Kultur spiegeln sich im gesamten Leben wider. Offensichtlich ist der Unterschied in der Sprache, klar. Doch spannender zu betrachten sind vielmehr die kleinen Dinge des Alltags.

Essen: Ich bin wirklich nicht zimperlich, was das Kosten fremder Gerichte angeht, und ich liebe das Qingdaoer BBQ. Fleisch, Fisch und Gemüse wird auf kleine Spieße gesteckt und auf dem Grill, lecker gewürzt, knusprig gebraten. Was ich nicht mag sind Schweinefett- oder Knorpelspieße, halbe Hühnerköpfe und Hühnerkrallen. Aber man muss ja auch nicht alles mögen!

Straßenverkehr: Manchmal vermisse ich tatsächlich die deutsche Ordnung. Wenn man im Bus feststeckt, weil einfach nichts mehr vor und zurück geht, da die nächste Kreuzung von sich gegenseitig behindernden Autos blockiert wird, kostet mich das schon immer Nerven. Da sind Verkehrregeln schon etwas Schönes!

Bus fahren: Eine alltägliche Herausforderung. Da es in Qingdao (noch) keine U-Bahn gibt, ist hier ein jeder auf die Busse angewiesen. Busse fahren nahezu überall hin, das Netz ist wirklich gut ausgebaut. Die Fahrt an sich ist allerdings oft nur schwer erträglich. Man mag es kaum glauben, wie viele Chinesen in einen normalen Linienbus passen... Ebenso wenig sollte man annehmen, dass Busfahrer aufgrund von „Überladung“ vorsichtiger und langsamer fahren würden. Sicher nicht.
Mein schlimmstes Erlebnis war eine sechs(!)stündige Linien(!)busfahrt ohne Möglichkeit zum Aufstehen, Aussteigen oder Pause machen, bei sinnflutartigem Regen und Stau. Schrecklich.

Mode: Wenn man allein die Anzahl der Bekleidungsgeschäfte betrachtet, muss man denken, Mode spielt eine sehr wichtige Rolle im Leben der modernen Chinesin. Es gibt unendlich viele. Von kleinen Ständchen auf dem Nightmarket bis zu Filialen der berühmten Luxusmarken gibt es hier einfach alles. Interessant ist aber vor allem, wie die Frauen (und Männer) hier dieses Potenzial nutzen. Glitzerndes Abendtäschchen zur Jogginghose, knöchelhohe Seidenstrümpfe in offenen Sandalen zum Rüschchenkleid, Muster und Farben werden wild kombiniert, ob es passt oder nicht. Generell sind Perlen, Glitzersteinchen oder –Aufdruck, sowie Rüschen im Design für den chinesischen Geschmack obligatorisch. Aber hier und da findet man auch wirklich schöne Sachen, sodass Shopping, nicht nur wegen der billigen Preise, eine große Versuchung darstellt.

Baden am Strand: Wie man vielleicht schon gehört hat, sind Chinesinnen etwas sonnenscheu. Deswegen ist es auch am Strand üblich, lange Bekleidung zu tragen oder in schwarzen Feinstrumpfhosen durch den Sand zu schlendern. Es ist auch absolut nicht selbstverständlich, dass man Schwimmen kann. Die meisten Mädchen haben schwimmen nie gelernt. Nicht selten sieht man sogar Gruppen junger Männer, ausgerüstet mit gelben Schwimmflügeln, zum Schwimmkurs im Gänsemarsch ins Meer waten.

Dies sind nur einige kuriose Bilder, die ich in meinem Leben in China mehr oder weniger verwundert wahrnehme. Die chinesische Kultur kann man damit natürlich nicht beschreiben.
Ganz persönlich wirken sich die Unterschiede zwischen China und Zuhause auf mich im alltäglichen Leben aus, wobei vieles mit finanziellen Aspekten verbunden ist. Ich kann jederzeit ein Taxi nehmen, wenn ich zu spät für den Bus bin; ich brauche nicht oft zu kochen, da Restaurantbesuche gut und günstig sind, kann regelmäßig zur Maniküre gehen usw.

Die Chinesen sind sehr gastfreundlich, auch zu uns Ausländern: viele wollen Fotos machen, man wird auf das ein oder andere Freundschafts-Bier an den Nachbartisch eingeladen, die Leute freuen sich wenn sie etwas von einem erfahren und sind umso interessierter, wenn man tatsächlich ihre Sprache spricht.

Die Menschen sind es auch, die meinen Aufenthalt in diesem Land besonders bereichert haben. Freunde, die Eltern von Freunden, Restaurantbesitzer, Kungfu- und Chinesischlehrer, Firmenmanager, Taxifahrer und sogar Polizisten, nette Leute findet man hier einfach überall. Mit ihnen erlebt man die lustigsten Augenblicke, man hat die ernstesten Gespräche und die tiefsten Eindrücke in das echte China.

China ist ein sehr vielseitiges Land, deswegen versuche ich soviel wie es mir möglich ist zu reisen. Ich denke man muss unbedingt die „Standards“ wie Peking, Xi’an und Shanghai sehen. Hier gilt es, sich ein paar mehr Tage zu gönnen, um auch Orte, die über die normalen Touristenattraktionen hinausgehen, zu besuchen.

Ein Geheimtipp, und eine völlig andere Seite Chinas ist die Region Xishuangbanna im Süden der Provinz Yunnan. Entlang des Mekongs, nahe an der Grenze zu Laos und Vietnam, gibt es zahlreiche Dörfchen mit südostasiatischem Flair. Man kann Dschungeltouren unternehmen, den Fluss entlang Fahrradfahren und köstliche Südfrüchte genießen.

Meine besten Erlebnisse in China waren Überraschungen. Wenn man keine hohen Erwartungen hat, sondern einfach ganz frei Dinge auf sich zukommen lässt, kann man hier unglaublich Schönes, Spannendes und Tolles erleben. Der Blick von der Pagode über den Westsee in Hangzhou bei Nacht war atemberaubend. Ein Tag auf dem Fahrrad durch die Hutongs von Beijing war einer meiner besten Tage in China.

Nächste Woche mache ich mich zusammen mit meinem Freund und einem englischen Mitpraktikanten wieder auf die Reise. Diesmal geht es über Shanghai nach Hunan, in die Region Zhangjiajie (bekannt aus dem Film „Avatar“ als „Pandora“), dann auf dem Yangze vorbei an dem Drei-Schluchten-Staudamm zu einer der größten Städte der Welt: Chongqing (über 30 Mio. Einwohner!!). Dann geht es weiter nach Chengdu, eine Stadt in Sichuan, berühmt für Pandabären und höllisch scharfes Essen. Ich freue mich schon!

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Montag, 1. August 2011

Auslandsaufenthalt in China - Teil 1: Jan Bauer

(Gastbeitrag: Jan Bauer)
Foto © Jan Bauer
Mein Name ist Jan Bauer, ich bin 22 Jahre alte und studiere “Internationales Transport Management” im nunmehr 5. von 7 Semestern an der Jadehochschule im beschaulichen Elsfleth in Niedersachsen mit seinen ~9.000 Einwohnern. In unserem Bachelorstudiengang werden vor allem Inhalte der Logistik mit maritimen Fokus (Reedereibetriebslehre, Entwicklungen in der Schifffahrt usw.) gelehrt, aber es gibt auch Veranstaltungen für „normale“ Logistik, die Bereiche wie Supply Chain Management oder Produktionslogistik betreffen.

Obwohl die FH in Elsfleth sehr klein ist, habe ich mich vor allem aus 2 Gründen für ein Studium dort entschieden. Als erstes natürlich der Logistik Schwerpunkt, wobei mich die maritime Logistik nicht ganz so sehr interessiert. Mein Schwerpunkt liegt ganz klar im Supply Chain und Operations Management. Auch wenn ein großer Teil unserer Absolventen später im maritimen Bereich arbeitet, so zieht es doch auch viele in die Automobilbranche oder in die Logistikabteilungen von Unternehmen.

Der zweite Grund war und ist ein integriertes Auslandsjahr, was sich in ein Theorie- und ein Praxissemester unterteilt, welche beide in einem nicht-deutschsprachigen Land absolviert werden müssen. Ich habe mich schon in jungen Jahren vor allem für die Kultur, Geschichte und Menschen Japans interessiert. Im Laufe meines Werdegangs, der Ausrichtung zur Logistik und im Verlauf der Geschichte ist jedoch China immer weiter in meinen Fokus gerückt. China ist als „Exportweltmeister“ natürlich gerade für die Logistiker interessant, denn irgendwie müssen die ganzen Güter ja transportiert werden. Da sich auf lange Sicht benötigte Qualität und Umfang der Logistikdienstleistungen stark erhöhen und verändern wird, ist China ein sehr interessanter (Berufs-) Markt der Zukunft für mich.

Mein Theoriesemester habe ich in Hongkong, sozusagen als Asieneinstieg „light“, im Studiengang „Global Supply Chain Management“ absolviert. An sich mag ich große Städte sehr gerne und auch Hongkong hat mich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Natürlich war die Universität sehr viel größer als meine kleine FH, aber damit hatte ich keine Probleme, denn ich hatte die Möglichkeit viele neue Leute kennen zu lernen. Neben den vielen „locals“ gab es auch etwas über 200 Austauschstudenten, so dass man unglaublich viel unternehmen konnte.

Ursprünglich hatte ich vor, auch mein Praxissemester in Hongkong zu absolvieren, was jedoch leider nicht geklappt hat. Letztendlich bin ich dann in Qingdao, China (da wo das Tsingtao Bier herkommt) bei DB Schenker gelandet.

Hier bin ich seit Anfang Juli 2011 im Project & Logistics Department im Einsatz, welches sich in Qingdao momentan hauptsächlich mit Logistik und Warehouse Management beschäftigt. Mein Aufgaben liegen bis jetzt im Kennenlernen der Abläufe, Erstellen von Reports und seit neuestem bin ich damit beauftragt, einen Arbeitsprozess in einem unserer Lagerhäuser zu optimieren, wobei mir meine im Studium erworbenen Excelkenntnisse dabei sehr zugute kommen. Bald nehmen wir ein neues Lagerhaus in Betrieb, dessen Start ich dann aktiv begleiten soll.

Allerdings muss man beim Thema Praktikum in China etwas vorsichtig sein bzw. seine Erwartungen anpassen, weil Praktika in China noch nicht sonderlich verbreitet sind. So kann es passieren, dass es, wenn man für eine chinesische Firma arbeitet, keine klaren Aufgaben und Zuständigkeiten gibt. Man muss sich stark selbst einbringen und sich Aufgaben holen. In den meisten Fällen werden westliche Praktikanten eingestellt, um deren lokale Märkte zu erschließen bzw. die Kunden dort zu betreuen. Es kann auch passieren, dass sich die chinesische Firma ein internationales Aussehen geben möchte und daher jemanden aus dem Westen bzw. mit kaukasischem Aussehen anstellt. Hier kann es dann sein, das man dann nur als Zierobjekt ohne Verantwortung / Aufgaben im Büro hockt. Bei Großkonzernen aus dem Westen ist dies aber normalerweise kein Problem bzw. nicht viel anders gelagert als in Deutschland.

Für die Dauer meines Praktikums lebe ich in einer Gastfamilie, die aus einem Ehepaar mittleren Alters und deren 5 Jahre altem Sohn besteht. Leider leben wir etwas abgeschieden vom Stadtzentrum, so dass ich jeden Tag ca. eine Stunde mit dem Bus zur Arbeit fahren muss. Dafür entschädigt mich aber das gute Essen, die unglaublich freundlichen Leute im Bus und die einmalige Erfahrung das Leben einer chinesischen Familie aus einer einzigartigen Perspektive kennen zu lernen. Mein Gastbruder ist quicklebendig, immer für einen Spaß zu haben und versucht mir immer etwas Chinesisch beizubringen.

Das Leben in Qingdao ist sehr entspannt und obwohl hier für deutsche Verhältnisse alles etwas chaotischer zugeht, so ist es doch ein sehr lebenswerter Ort. Die Stadt wurde zu einem der besten Plätze zum Leben in China gekrönt, was ich bis jetzt nur bestätigen kann. Es gibt zwar auch ein paar für China typische, aus europäischer Sicht eher „gewöhnungsbedürftige“ Sachen, wie z.B. Kinder mit offenen Hosen, die ihr Geschäft verrichten wo sie grade sind, oder dass die während des Essens ungewollten Dinge die auf den Tisch gespuckt werden, und dann zum Reinigen des Tisches auf den Boden gewischt werden. Aber wie sagt man so schön: „Andere Länder, andere Sitten“.

Im Vergleich zu Deutschland ist das Leben hier sehr günstig, vor allem was Essen und Kleinkram angeht. Im Bezug auf Markenkleidung oder Autos (zumindest die ausländischen Marken) sind die Preise mindestens gleichwertig, wenn nicht sogar etwas höher. Qingdao hat sich noch recht viel von seinem Erbe als deutsche und japanische Kolonie erhalten und zusätzlich geht es der Stadt wirtschaftlich sehr gut, was sich auch an ihrem Aussehen wiederspiegelt. Daher ist sie vielleicht auch nicht der beste Maßstab um China als Land zu messen. Dies sieht man zum Beispiel zu allererst an den Autos. Es sieht im Straßenverkehr doch recht europäisch aus: es werden vornehmlich moderne deutsche Autos der mittleren bis gehobenen Preisklasse gefahren, wobei sich Audi und vor allem VW hier ein starkes Standbein gebaut haben. Zwischen den Autos gibt es natürlich auch ein paar chinesische Modelle aber im Vergleich zu anderen Städten, ist der Anteil sehr gering.

Während meiner Zeit in Hongkong war ich nur einmal kurz in China um dort Urlaub zu machen. Hier hat man Unterschiede zwischen Europa und China wesentlich mehr gemerkt/gesehen: Es sieht teilweise (wohl auch aufgrund der vielen Betonbauten) irgendwie trist aus, etwas abgewirtschaftet und diesig von den ganzen Fabriken/Smog. Vielleicht waren meine Eindrücke auch etwas durch meinen Aufenthalt in Hongkong getrübt, denn dort ist es, abgesehen vom Smog, immer sehr sauber (so manche S-Bahn in deutschen Großstädten könnte sich was von der MTR in Hongkong abgucken). Und auch obwohl Hongkong seit 1997 mit Sonderstatus offiziell wieder zu China gehört, so sind die Unterschiede im Vergleich zu den meisten chinesischen Städten, durch die ich bis jetzt gekommen bin, eklatant. Da ist zum einen die Beschränkung des Informationsflusses was Internet und Medien angeht und zum anderen vor allem die Wirtschaftskraft welche sich unmittelbar auf das Aussehen der Stadt auswirkt. Natürlich hat China auch seine schnell wachsenden und modernen Großstädte wie Shanghai und schönen Ecken wie z.B. die Reisterassen um Guilin oder die Umgebung von Yangshuo. Ich hatte bis jetzt noch nicht allzuviel Zeit durch China zu reisen, aber bald werde ich einen Besuch in unserem China-Hauptquartier in Beijing mit einem Besuch der Stadt verbinden. Am Ende meines Praktikums im Januar 2012 habe ich noch ca. einen Monat, bevor ich zurückkehren muss, um das Land zu erkunden.

Natürlich vermisse ich manchmal ein paar Sachen, vor allem das deutsche Essen. Manchmal habe ich einfach Heißhunger auf ein Mettbrötchen oder (als Nordlicht) eine schöne Portion Grünkohl. Bis jetzt gehe ich aber davon aus, dass ich später wieder in China tätig sein werde. Ideal wäre natürlich eine Anstellung bei einer deutschen Firma, die mich dann nach China entsendet. Höchst wahrscheinlich werde ich noch einen Master an meinen Bachelor ranhängen, aber es bleibt abzuwarten wie sich alles entwickelt. Auf jeden Fall ist China ein riesen Land im Umbruch, welches viele Chancen aber auch ein paar Risiken birgt. Ich habe mich dazu entschieden an diesem Umbruch teilzuhaben und kann jedem nur empfehlen, sich zumindest für einen etwas längeren Zeitraum in diesem riesigen Land aufzuhalten und sich damit zu beschäftigen. Ich kann versprechen, es wird eine Erfahrung, die man nicht so schnell vergisst.

Links zum Thema:
Rubrik Auslandsaufenthalte auf Studentenpilot.de

Mittwoch, 6. April 2011

Kostenloser IEC Study Guide 2011/2012 - Weltweit studieren

(Infos basierend auf einer Pressemitteilung des IEC)

Das International Education Centre (IEC) veröffentlicht den kostenlosen IEC Study Guide 2011/2012 Weltweit studieren. Bachelor – Master – Auslandsstudium.

IEC Study Guide 2011/2012
Studieren im Ausland wird immer populärer: Etwa ein Viertel der Studierenden entscheidet sich für das Auslandsstudium und steht dabei vor wichtigen Fragen: Bachelor, Master oder Auslandssemester? Welche Optionen gibt es und wie treffe ich die richtige Wahl für mich? Wie finanziere ich mein Studium?

Das Beratungsteam des IEC hat die Informationen aus jahrelanger Erfahrung im neuen IEC Study Guide zusammengetragen. Der Study Guide zeigt englischsprachige Studienoptionen im Ausland und informiert zu Universitäten in den Australien, China, Großbritannien, Kanada, Malaysia, Neuseeland, Singapur, Spanien und den USA.

Studieninteressierte finden im IEC Study Guide ausführliche und sorgfältig recherchierte Informationen zu den verschiedenen Studienabschlüssen, zu Finanzierungsmöglichkeiten wie Auslands-BaföG oder Stipendien, zum Nachweis von Sprachkenntnissen, zur Anerkennung von Hochschulrankings und zu den verschiedenen Spezialisierungsmöglichkeiten.

Der IEC Study Guide beinhaltet eine detaillierte Fachübersicht, die Studieninteressierten einen Überblick verschafft, an welchen Universitäten das Wunschfach studiert werden kann.

Ab sofort kann der IEC Study Guide kostenlos auf der Website www.ieconline.de bestellt werden.

Weitere Informationen rund um das Auslandsstudium, Auslandsaufenthalte sowie Travel&Work gibt es auf Studentenpilot.de.

Dienstag, 1. März 2011

Leben und Arbeiten in Neuseeland: Meike Günther

Leben und Arbeiten in einem fremden Land, Erfahrungen in fremden Kulturen sammeln, neue Horizonte entdecken - das ist für viele Studenten und Absolventen ein Traum. Angebote für Work & Travel stellen wir auf Studentenpilot.de bereits vor. Heute möchten wir euch Erfahrungen aus "erster Hand" präsentieren - in Form eines Interviews mit Meike Günther, die jetzt seit knapp drei Jahren in Neuseeland lebt und arbeitet.


Frau Günther, bitte stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor:
Ich bin Meike, 30 Jahre, aus Deutschland und lebe nun seit fast drei Jahren in Neuseeland. Ich bin als Backpackerin mit dem Work & Travel Visum im Januar 2008 eingereist und habe nach 6-monatigem "die Seele baumeln lassen" einen festen Job in der Nähe von Christchurch auf der Südinsel bekommen, der mir nun erlaubt, in diesem schönen Land zu leben. Ich hatte schon ein abgeschlossenes Studium und zwei Jahre Berufserfahrung, als ich mich für das Jahr im Ausland entschieden und alle Zelte in Deutschland abgebrochen habe. Mein Risiko wurde belohnt und nun arbeite ich seit zwei Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer neuseeländischen Universität. Auch wenn ich einen festen Job und Wohnsitz in Neuseeland habe, so nutze ich jede freie Minute, um das Land zu bereisen. Es sieht immer wieder anders aus, zu jeder Tageszeit und zu jeder Jahrezeit. Eine Endlos-Kinofilm, wenn man so will.

Warum sind Sie nach Neuseeland gegangen?
Ich wollte ein "Abenteuer" erleben und bevor ich irgendwann zu alt für das "Work & Travel Visum" bin, habe ich mich Mitte 2007 entschieden, dass jetzt die richtige Zeit ist, dieses Abenteuer in Angriff zu nehmen und habe mit der Planung begonnen. Das Work & Travel Visum für Neuseeland kann jeder Deutsche Staatsbürger beantragen, es gilt einmalig für 12 Monate und ist ein offenes Arbeitsvisum für Neuseeland. Man kann es bis zum 30ten Lebensjahr beantragen.

Wie kommt es, dass Sie in Neuseeland geblieben sind?
Wegen der Liebe (habe meinen Freund im August 2008 hier kennengelernt) und wegen eines guten (unbefristeten) Jobs, den ich hier gefunden habe. Ich habe gesehen, dass Neuseeland gute Chancen für mich bereithält im Hinblick auf meine persönliche und berufliche Weiterbildung. Für mich ist die berufliche Entwicklung hier sogar besser als in Deutschland, wo ich mich nach meinem Studium mit Praktika und befristeten Verträgen zufrieden geben musste.

Wollen Sie für immer in Neuseeland bleiben?
Das kann ich nicht genau sagen. Solange es sich gut und richtig anfühlt, werde ich in Neuseeland bleiben. Ich habe seit April die Permanent Residency (= uneingeschränkte Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis), die es mir erlaubt‚ "für immer" in Neuseeland zu bleiben. Ich muss aber mindestens einmal im Jahr meine Familie sehen, entweder in Deutschland oder in Neuseeland, eben was für’s Herz.

Was ist für Sie das Besondere an Neuseeland?
Die schöne Natur und die Vielseitigkeit des Landes machen für mich das Besondere aus. Insbesondere die Vielseitigkeit bringt ungeheure Freiheit mit sich, zum Beispiel kann ich einfach so losfahren und im Zelt am See campen. Auch liebe ich die "nicht menschenüberfüllten" Plätze. Ich liebe es, dass ich in 20 Minuten an einem menschenleeren Strand bin (ohne Kurtaxe) oder in einer Stunde auf der Ski-Piste des Mount Hutts stehe. Von der Lebensart her mag ich das Gemächliche der Kiwis und mal "Fünfe gerade sein zu lassen"! Hier in Neuseeland wird auch viel und hart gearbeitet, aber eben mit viel weniger Druck. Bürozeiten sind von 8.30 – 16.30 Uhr und man hat viel mehr Zeit für sich und sein soziales Leben.

Was vermissen Sie aus Ihrer alten Heimat?
Freunde und Familie natürlich, besonders zu Weihnachten oder wenn irgendwelche Geburtstage, Hochzeiten und andere große Events anstehen. Ich vermisse vor allem auch das gute deutsche Brot und Lakritz. In den Wintermonaten vermisse ich besonders die Zentralheizung und Doppelverglasung - denn trotz der kalten Monate (Juni bis Ende August; zwischen -4 und 5 Grad) haben die Neuseeländer keine Zentralheizung in den Häusern, sondern umfunktionierte Klimaanlagen und Heizlüfter zum Wärmen. Ein unglaublicher Stromverbrauch. Auch muss ich mich an die "umgekehrten" Jahreszeiten noch gewöhnen, das heißt Narzissen blühen im Oktober und Sonnenblumen im Dezember. Insbesondere die Weihnachtszeit bei sommerlichen Temperaturen zu erleben, ist für mich immer noch komisch:Weihnachtsmänner am Strand und man muss bis 22 Uhr (Sonnenuntergang) warten, dass die Lichterketten angehen. Auch muss ich mich an das Essen gewöhnen, durch den englischen Einfluss gibt es morgens Baked Beans, Spaghetti auf Toast und Porridge (Haferschleim). Auch das Brot ist gewöhnunsgbedürftig, die haben hier kein festes, dunkles Brot wie wir in Deutschland, sondern nur helles Toastbrot. Es gibt auch Toastbrot mit "Körnern", das heisst dann aber auch "Bavaria Style". Auch muss ich mich an die Helmpflicht beim radfahren gewöhnen und ans Strafe zahlen, wenn man das mal vergisst. Andererseits ist es ja besser für die Sicherheit.

Was war Ihr schönstes Erlebnis bisher?
So richtig abenteuerlich war die Höhlentour in den Waitomo Caves. Ich habe vorher noch nie eine Höhlentour mitgemacht und die Waitomo Caves auf der Nordinsel locken mit verschiedensten Touren durch das Höhlensystem. Das Motto meiner Tour war "Quetsche Dich durch Höhlen" und so war es auch: Wir mussten uns durch die kleinsten Ritzen und Löcher quetschen, durch Wasser und Matsch krabbeln und an den ekelhafesten Höhlenspinnen vorbei. Sowas wäre aus sicherheitstechnischen Gründen in Deutschland niemals erlaubt. Das Highlight war eine Höhle voller Glühwürmchen, die wie ein riesiger Sternenhimmel aussahen.
Ein anderes Highlight für mich war mit den wilden Delphinen in der Curio Bay zu schwimmen. Ich war auf einem Rundtrip mit meiner Mutter und wir haben uns eine kleine Hütte am Strand gemietet. Von dem Bett aus konnten wir die Delphine in der Bucht schwimmen sehen und abends sind die Pinguine in ihre Nester vor unserem Fenster gewatschelt. Ich habe mich dann entschlossen, auf die Delphine zuzuschwimmen. Das war ein unbeschreibliches Gefühl auf einmal von vier Delphinen umrundet zu werden. Anderswo zahlt man für so ein Erlebnis unglaublich viel Geld.

Und Ihr schlimmstes Erlebnis?
Das schlimmste Erlebnis für mich war das 7.1 starke Erdbeben, das am 4 September um 4:35 Uhr morgens meine Region erschüttert hat. Lincoln ist nur 20 km vom Epizentrum entfernt. Ich habe um diese Zeit natürlich geschlafen und wusste überhaupt nicht, wie mir geschieht und mit was ich es in dem Moment zu tun hatte. Wir sind fluchtartig aus dem Haus gerannt und standen im Dunkeln bei Eiseskälte auf der Straße. Die Elektrizität ist ausgefallen und das Wasser war nicht mehr trinkbar. Wir haben dann das Auto aus der Garage geholt und saßen vier Stunden im Auto, um Radio zu hören, und mitzubekommen, was los ist und wie wir uns verhalten sollen. Zum Glück ist niemand ums Leben gekommen und nach einer Woche konnten wir wieder einkaufen und zur Arbeit. Aber bis heute ist Canterbury von mehr als 4.500 Nachbeben heimgesucht worden. Also, die Erde hat sich hier immer noch nicht beruhigt.

Welche Orte und Gegenden sollte ein Neuseeland-Reisender unbedingt besuchen?
Zu meinen Favoriten gehören unangefochten die Marlborouh Sounds mit seinen wundersschönen Buchten und die Catlins. Auch der Abel Tasman Nationalpark im Norden der Südinsel ist wunderschön und winkt mit seinen goldenen Buchten und türkisem Wasser. Dort kann man Tagestouren im Kajak machen und eine Tagestour ist wirklich 9 Stunden lang. Mit ein paar Freunden habe ich das letztes Jahr gemacht, und wir hatten wunderschönes Wetter und auch nicht allzu viel Wind, aber im Pazifik zu paddeln ist schon was anderes als auf der Alster, das war wirklich eine Herausforderung, was ich vorher irgendwie anders eingeschätzt hätte. Es hat super Spass gemacht, und wir sind mit Seehunden gepaddelt und haben die Kajaks zusammengebunden und ein Segel gespannt. Auf der Nordinsel empfehle ich Northland mit dem Cape Reinga und die Coromandel Halbinsel, da braucht man gar nicht mehr in die Karibik zu fahren.

Was möchten Sie unseren Lesern sonst noch zum Thema Neuseeland sagen?
Wenn ihr die Chance auf ein Work & Travel Jahr habt, dann nutzt sie und kommt nach Neuseeland. Dies ist das beste Land, solch ein Abenteuer zu unternehmen, weil es nicht zu groß ist und auf die Reisenden eingestellt ist. Diese Erfahrungen und Erlebnisse, die ihr in diesem einen Jahr sammelt, die kann euch keiner mehr nehmen. Ich habe auch einen Service bzw. ein Starter-Paket für Backpacker eröffnet, die für längere Zeit nach Neuseeland kommen, entweder zum Work & Travel oder auch nur als Tourist. Das sind die sogenannten "Kiwi-Introduction Days". Dieser Service ist günstiger und persönlicher als die Angebote der großen Organisationen. Ich betreue und begleite die Backpacker die ersten beiden Tage in Neuseeland und helfe Ihnen, den Bürokratie-Kram zu erledigen und sich an das Leben in Neuseeland zu gewöhnen. Außerdem versorge ich sie mit vielen Informationen (inkl. Lebenslauferstellung), die sie auf ihr Abenteuer in Neuseeland vorbereitet. Mehr dazu kann man auf meiner Webseite nachlesen: www.work-travel-nz.de

Vielen Dank für das Interview, Frau Günther!

Wenn ihr weitere Informationen rund um das Thema Auslandsaufenthalt und Work & Travel sucht, dann schaut auf Studentenpilot.de in die Rubrik Auslandsaufenthalte.