Posts mit dem Label Arbeiten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Arbeiten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 24. Januar 2014

Vorteile eines Gap Years

(Gastautorin: Tina Kretschel)

Foto (c) Kaplan International
Immer mehr Studenten haben Mut zur Lücke und planen nach dem Studium ein Gap Year. Gap Year bedeutet jedoch keine Zeit zum Ausruhen, Auszeit nehmen und Pause machen. Die Meisten geben während eines Gap Years richtig Gas, um den Lebenslauf aufzubessern. Aber was macht man eigentlich in einem Gap Year und welche Vorteile bietet es?

Klar denken die Meisten bei „Gap Year“ daran, ins Ausland zu reisen, fremde Kulturen zu entdecken und dabei Fremdsprachen zu erlernen. Zu Recht, denn bereits mehr als die Hälfte der Studienabgänger können sich vorstellen, im Ausland zu arbeiten (Quelle: statista.com). Ein Lückenjahr ist die perfekte Gelegenheit für einen sinnvoll genutzten Auslandsaufenhalt und bietet unzählige Möglichkeiten den Lebenslauf mit individuellen Erfahrungen zu spicken, um so den Berufsstart zu erleichtern.

Viele Absolventen nutzen die Zeit nach dem Studium, um die Welt zu bereisen und sich noch einmal frischen Wind um die Nase wehen zu lassen. So kann man seine Freiheit genießen und spannende Abenteuer erleben, bevor dann der Ernst des Lebens beginnt. Die Verbesserung der Sprachkenntnisse spielt eine wichtige Rolle. Das Schulenglisch ist vielleicht schon etwas eingerostet, doch in vielen Jobs wird verhandlungssicheres Englisch verlangt. Für einen Business-Englischkurs war die Zeit während des Studiums allerdings zu knapp, daher ist nun der perfekte Zeitpunkt das nachzuholen und das Englisch ins Fließen zu bringen. Zudem versuchen etliche Hochschulabsolventen erste praktische Erfahrungen im späteren Berufsfeld zu sammeln, um sich so einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Mit einem Gap Year kann man all diese Aspekte optimal verbinden.

Sprach- und Bildungsreisen werden von vielen Organisationen angeboten, jedoch bieten nur wenige eine professionelle Kombination aus Auslandserfahrung, Sprachkurs und Berufserfahrung. Kaplan International bietet die Möglichkeit, einen Sprachkurs im Lieblingsland zu belegen und ein unbezahltes Praktikum oder einen bezahlten Nebenjob anzuschließen. Das Angebot ist hierbei reichhaltig: Eine aufregende Reise nach Australien, Neuseeland oder vielleicht Kanada unternehmen, in einem internationalen Umfeld die Englischkenntnisse perfektionieren und einen Sprachkurs mit Zertifikat abschließen. Zeitgleich mit dem Sprachkurs oder im Anschluss an diesen hat man in vielen englischsprachigen Ländern die Möglichkeit ein Praktikum im gewünschten Berufsfeld zu absolvieren. Bei diesem Programm bleibt viel Zeit, um Land und Leute kennenzulernen, während man sich selbst weiterbildet. Oder man boostet seinen Karriereeinstieg mit einem bezahlten Nebenjob im Ausland.

Foto (c) Kaplan International
Egal wofür man sich entscheidet, ein Gap Year bringt viele Vorteile mit sich: Die Auszeit vom Studienalltag mit Prüfungsstress und Konkurrenzkampf bringt neue Kraft und macht den Kopf frei für frische Ideen. Als weiteren Vorteil bemerken viele, dass sie nicht nur in ihren Sprach- und Landeskenntnissen, sondern auch in ihrer Persönlichkeit reifen. Das bleibt auch von Personalchefs nicht unbemerkt. Viele Arbeitgeber berichten , dass Gap-Year-Studenten reifer, selbstsicherer und eigenständiger sind als Absolventen, die direkt von der Uni kommen. Nach einem Auslandsaufenthalt verbessert sich zudem das Verständnis für Menschen anderer Kulturen und Länder und es eröffnen sich neue Sichtweisen. Komplexe Probleme und unbekannte Alltagssituationen können durch erhöhte Flexibilität leichter gelöst werden. Als wichtigsten Pluspunkt einer Auszeit im Ausland gaben Gap-Year-Studenten die verbesserte Sicht auf sich selbst an. Man wird sich bewusst, wer man eigentlich ist, was einem gefällt und wohin man will. Somit fällt es vielen leichter, wichtige Entscheidungen zu treffen, und bei einigen ändert sich nach einem Lückenjahr sogar der Berufswunsch, da die eigenen Ziele klarer werden.

Wer auch Lust auf ein Gap Year oder einen Auslandsaufenthalt in anderer Form bekommen hat, ist bei Kaplan International gut beraten. Als einer der führenden Anbieter von Sprachreisen organisiert Kaplan International professionelle Auslandsaufenthalte für Schüler, Studenten oder Erwachsene. Das Angebot ist sehr individuell zusammenstellbar und somit ist für jeden das passende Angebot dabei. Weitere Informationen gibt es hier. Viel Spaß!

Donnerstag, 29. August 2013

Jobbörse für Studenten

(Gastautorin: R. Dorothee Nöhre)

Foto: © Paul-Georg Meister / pixelio.de
In wenigen Wochen geht das neue Semester wieder los und damit beginnt für viele Studierende der berufliche Neustart. Um sich das Studium finanzieren zu können und den Lebensunterhalt zu bezahlen, ist es für viele Studienanfänger unabdingbar einen Studentenjob anzunehmen. Ein paar Euro mehr in der Tasche können nicht schaden. Gerade in den Semesterferien sind die Studentenjobs so beliebt wie nie. Doch viele müssen auch während des Semesters den Spagat zwischen Vorlesung und Arbeit meistern. Meistens gibt es jedoch mehr Studenten als Jobs. Denn auch Schüler nehmen das Angebot gerne wahr, in den Ferien zu arbeiten, um sich so das Taschengeld aufzubessern. Eine bewährte Alternative ist immer noch, einen Job über Verwandte oder Bekannte zu erhalten, dies ist aber nicht die Regel. Eine sinnvolle Alternative sind Jobbörsen, speziell für Studenten.

Welche Möglichkeiten gibt es noch, einen Studentenjob zu erhalten?


Zeitungsinserate sind eine weitere Möglichkeit, um an einen Studentenjob zu kommen. Initiativbewerbungen bieten sich an, wenn zum Beispiel große Firmen keine Annoncen in die Zeitung oder das Internet stellen, man aber unbedingt einen Job für die Zeit des Studiums bei diesen erhalten möchte. Des Weiteren kann man auch eine eigene Anzeige erstellen, mit relevanten Daten, Erfahrungen und dem eigenen Lebenslauf.

Was bietet die Jobbörse für Studenten?


Zunächst einmal muss man sich im Klaren sein, welche Art von Job man die nächsten Jahre machen möchte. Zudem sollte man sich Gedanken machen, wie viel Zeit der Job maximal in Anspruch nehmen sollte und wann das Arbeiten neben dem Studium möglich ist. Dann kann die Suche losgehen.

Vor allem große Unternehmen werben mit zahlreichen Annoncen in Stellenportalen oder einer speziellen Jobbörse für Studenten. In der Annonce wird meist die Tätigkeit und Höhe der Vergütung beschrieben. Außerdem erhält der Student Informationen über persönliche Voraussetzungen und die Arbeitszeiten. Sind die Rahmenbedingungen soweit erfüllt, kommt man um eine persönliche Kontaktaufnahme nicht vorbei.

Sinnvoll ist es, sich um einen Studentenjob bereits im Mai oder Juni zu kümmern, denn begehrte Jobs sind schnell vergeben. Bei vielen Jobbörsen im Internet hat man die Möglichkeit ein eigenes Profil anzulegen. Dabei werden personenspezifische Daten hinterlegt, sowie Präferenzen welche für den Job relevant sind.

Findet sich eine Firma, die den Bewerber interessant findet, hat man schneller einen Job als gedacht. Jobbörsen bieten sich bei der Vielzahl an Angeboten an, um einen Vergleich zu erzielen. Dabei können persönliche Präferenzen in die Entscheidungsphase einbezogen werden und man hat so die Möglichkeit, eventuell seinen Traumjob während des Studiums zu bekommen.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Gleich selbständig machen: Gründung nach dem Studium

(Gastbeitrag: Bueroservice24.de)

Der Eintritt in die Selbständigkeit ist immer ein wagemutiger Schritt. Besonders dann, wenn er unmittelbar nach dem Abschluss eines Studiums erfolgt. Umgekehrt dauert es so gut wie immer mehrere Jahre, bevor man sich am jeweiligen Markt etabliert hat. Insofern macht es durchaus Sinn, möglichst früh durchzustarten. Vor allem dann, wenn man von der eigenen Geschäftsidee voll überzeugt ist. Denn dann kann man auch andere überzeugen.

Die wichtigsten Schritte hin zur Selbständigkeit


Wer sich für den Aufbau einer selbständigen beruflichen Existenz entschieden hat, muss vor allem eines klären: die Finanzierung. Denn während eines Studiums haben nur die Wenigsten Möglichkeiten, ausreichend Kapital für die Gründung anzusparen. Unabhängig davon, von wo man sich das Geld für die Gründung leihen muss der Gründer als ersten Schritt vor allem eines tun: einen Business Plan aufstellen. An den Anfang gehört ein kurzer Abriss über den Gesamtplan. Als nächstes muss die Produkt- bzw. Dienstleitungsidee näher dargestellt werden. Dann geht es um die Rechtsform des Unternehmens, die Konkurrenzsituation (bei Dienstleistungsunternehmen ist hier das unmittelbare Umfeld des Geschäftssitzes entscheidend) sowie um Marketing, Vertrieb und eine Risikobewertung. Außerdem sollte ein Finanzplan für die ersten drei Jahre aufgestellt werden. Wichtig ist, den Geschäftsplan von möglichst mehreren Personen gegenlesen zu lassen. Am besten natürlich von Bekannten, die sich in der jeweiligen Branche gut auskennen.

Ein Gründercoaching hilft oftmals weiter


Insbesondere dann, wenn man alleine und ganz auf sich gestellt durchstarten möchte, empfiehlt es sich, so viele Informationen über eine Existenzgründung zu sammeln wie möglich. Vielerorts werden von der Industrie- und Handelskammer, der Bundesagentur für Arbeit oder anderen Institutionen und Verbänden Gründerseminare veranstaltet oder individuelle Beratungen angeboten. Diese Angebote sollte man möglichst zahlreich nutzen, um immer wieder ein Korrektiv für die eigenen Ideen zu haben. Wenn diese Phase, einschließlich der Analyse der Konkurrenzsituation, abgeschlossen ist, sollte der Geschäftsplan ausreichend fundiert sein. Dann geht es um die Finanzierung des Projekts. Auch wenn man sich das Geld privat leiht, tut man sich leichter, wenn man einen überzeugenden Business Plan vorlegen kann.

Förderungsmöglichkeiten möglichst vollständig ausnutzen


Erst recht wichtig ist dieser, wenn man bei einer Bank vorstellig wird. Besondere Gründerdarlehen zu günstigen Konditionen vergibt vor allem die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Fördermöglichkeiten durch die Bundesagentur für Arbeit sind in den letzten Jahren weitgehend zusammen gestrichen worden. Die Beantragung eines Gründungszuschusses ist nicht möglich, weil hierfür der Bezug von Arbeitslosengeld vorausgesetzt wird. Wenn aber nach Abschluss des Studiums Arbeitslosengeld II beantragt wurde, besteht gegebenenfalls die Möglichkeit, Einstiegsgeld zu beantragen. Das Einstiegsgeld dient der sozialen Absicherung des Gründers. Die Höhe der Förderung beträgt für gewöhnlich 50 % der Regelleistung des Arbeitslosengeldes II. Auf das Einstiegsgeld besteht allerdings kein Rechtsanspruch. Vielmehr wird auch für Gewährung dieser Förderung die Geschäftsidee des Gründers auf ihre Tauglichkeit hin überprüft. Auch deshalb ist ein überzeugender Geschäftsplan unerlässlich.

Kosten einsparen mit „Co-Working“


Gerade in der Anfangsphase ist das Geld knapp und durch eine wohlüberlegte Standortwahl kann man seine Kosten deutlich senken. Dabei sollte die Größe des Büros so gewählt werden, dass auch noch die ersten Mitarbeiter Platz haben, allerdings auch nicht zu groß, denn man weiß nicht wie schnell das Unternehmen wachsen wird.

Ein interessanter aber in Deutschland noch nicht ganz etablierter Trend ist das sogenannte „Co-Working“. Beim Co-Working ("zusammen arbeiten") sitzen Freiberufler verschiedener Gewerbe unter einem Dach, arbeiten alleine und haben dennoch eine Plattform für Austausch, Inspiration und Ideen. Bei diesem Arbeitskonzept mietet man einen Arbeitsplatz, für den man je nach Standort und Größe zwischen 150 und 400 Euro im Monat zahlt. Inklusive sind natürlich die Nebenkosten, Internet, Versicherung, Reinigungsservice und manchmal sogar ein Sekretariat. Ist dieses nicht vorhanden, kann man mittlerweile auf das Know-How professioneller Dienstleister, wie beispielsweise des Hamburger Telefonsekretariats Bueroservice24.de, zurückgreifen.

Bildnachweis: Copyright: © peshkova - Fotolia.com

Dienstag, 20. Dezember 2011

Studentenjobs – Als Freelancer durchstarten

(Gastbeitrag: Marianne Radünz)

Als Student sitzt das Geld ja meistens nicht so locker. Abhilfe schafft hier ein gut bezahlter Studentenjob. Was in Großstädten in der Regel keine große Hürde ist, ist in kleineren Uni-Städten, in denen es eine Übernachfrage an Jobs gibt, durchaus für viele Studierende ein Problem. Das drückt zum einen den Stundenlohn, zum anderen werden Hilfskräfte teils schon aus geringen Gründen entlassen. Unter Umständen steckt man letzten Endes mehr Energie in die Jobsuche als man Geld verdienen kann. Natürlich kann man sich einen Aushilfsjob als Kellner oder auch an der Kasse des örtlichen Discounters suchen, interessanter ist jedoch, als Freelancer Projekte für unterschiedliche Unternehmen zu realisieren. So kann man bereits in relevanten Bereichen praktische Erfahrungen sammeln und sich Referenzen und Businesskontakte von diversen Unternehmen erarbeiten. Gerade für Studenten wird diese Art des Nebenjobs zunehmend lukrativer.

Als Freelancer kann ein Student weitaus flexibler arbeiten und sich die benötigte Zeit frei einteilen, was besonders vielen im stressigen Uni-Alltag entgegenkommt. Es entfallen die Anfahrtswege, jedoch ist beim Homeoffice die Motivation eine Hürde für viele. Für zahlreiche Studenten ist es kaum vorstellbar, von zuhause aus tätig zu werden, weil das eigene Heim ein Ort der Entspannung bleiben soll. Für andere ist es der bequemste Weg, in den eigenen vier Wänden das Geld zu verdienen.

Der Fachkräftemangel ermöglicht es vielen arbeitswilligen Studenten, vor dem Abschluss des Studiums schon sehr interessante Projekte zu realisieren. Um diese Projekte auch zu finden, bieten sich das Internet mit zahlreichen Jobportalen, aber auch Projektvermittlungsplattformen an, bei denen man sich anmeldet und sich auf eingehende Projekte bewerben kann. So kann man die aufwendige Akquise für geeignete Jobs und Projekte zumindest minimieren, wenn auch noch nicht vollständig aufgeben.

Hier besteht für Studenten die Chance, die Theorie des Design- oder IT-Studiums auch in die Praxis umzusetzen und sich während der Arbeit weiterzubilden, den Lebenslauf zu verbessern und den eigenen Horizont zu erweitern.

Ausländische Studenten, die ein oder mehrere Semester in Deutschland studieren, können sich als Freelancer im Übersetzungsbereich betätigen und so die nötigen Euros dazuverdienen.

Um als Student aktiv werden zu können, muss vorab ein Gewerbe als Kleinunternehmer angemeldet werden. Der Gewinn darf laut der Regelung bei einem Studenten der BaföG erhält, nicht mehr als 3880 Euro pro Jahr betragen, ansonsten muss der Student mit einer Reduzierung oder dem Wegfall des BaföG-Satzes rechnen. Allerdings können, anders als bei einem Nebenjob als Angestellter, alle Kosten, die zur Ausübung der Tätigkeit als Freelancer notwendig sind, als Werbungskosten von den Einnahmen abgesetzt werden. Neben der Einkommensgrenze des Amtes für Ausbildungsförderung, gibt es ebenfalls Einkommensgrenzen bis zu denen keine Umsatzsteuer gezahlt werden muss. Dies ist die sogenannte Kleinunternehmerregelung.

Auch für Arbeitsgeber ist es vorteilhaft studentische Freelancer zu beschäftigen, weil man für sie keinen Arbeitsplatz schaffen muss, keine Sozialabgaben zahlen muss und auch kein Kündigungsschutz besteht.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Auslandsaufenthalt in China - Teil 7: Richard Hine

(Gastbeitrag: Richard Hine)

Jump into Qingdao

You’re in the last semester of your University career and the unemployment rate for those under the age of 25 is around 54%, what do you do? You forget about the lack of future prospects for awhile by distracting yourself with a few final months of uninhibited partying. But then you see graduation coming at you like a freight-train without brakes and you realize that because you spent four years getting a history degree, and don’t intend to go to law school immediately, that the start of your post-university life is going to look like Dustin Hoffman’s in The Graduate (minus the sexy Cougar, which means it’s going to suck).

Foto © Richard Hine

Just when you’ve given into the un-romantic prospect of living in your mom’s basement while working at a bar down the street, the University’s Business Department sends you a campus wide email about educating yourself to become “China Ready.” Like most campus wide emails you don’t open it immediately, but then your dad tells you that as a graduation gift you can have plane ticket anywhere in the world. You still don’t open the email though because, who would want to go to China when they could back-pack around Europe and meet all sorts of other interesting American students doing the same exact thing?

But then you realize that going to Europe would only be an extended holiday and the largest cultural differences you would learn there would be what types of alcohol are favored in each country. So you search through a few weeks of past emails and find the one about studying in China, but by this time you’ve already missed the information session so you have to arrange a private meeting, it’s all good though because the guy is really excited to get a response since only four people showed up to the first session. You meet him for coffee and discuss your options for studying abroad as graduate. He recommends an internship, and it doesn’t sound like a bad idea, so you take the brochure’s he gives you and tell him you’ll email him your CV so he can help guide you with the decision making process.

You throw the brochures on your bedside table and forget them for a week, but then someone asks you what you’re doing after you graduate and all you can do is shrug your shoulders, so you decide to actually read them. You do a little internet research on the internship mediation companies you can apply to and on the cities you have the possibility to live in. Qingdao sounds like a pretty cool city (they have a brewery) so you decide to apply to Intern China and within a week you hear back from a guy named Jaime Bettles, who sends you really nice emails that make you more and more excited about the prospect of living in China. You send him your CV and tell him you want to stay for four months in an apartment because you need your space and don’t want to wake a host family up at all hours of the morning. He’s says he likes your application and asks you to pick around ten internships from a list of name-less descriptions. You decide to apply for a couple of law firm internships, because maybe you will go to law school after all, but then some media companies peak your interest so you throw them in at the end.

A couple weeks later, Jaime emails you back to tell you that he thinks one of the media companies would be best for you – they’re a local magazine with a laid back environment, and you agree because you’re actually quite happy you won’t be working in a law firm. He puts in you touch with the company, it’s called Redstar and for minute you think you’ll be working for a propaganda rag, but then you talk to the editor of the magazine and he’s from Wales and tells you that the company is guide magazine for expats – Qingdao’s version of TimeOut. The editor says they would be glad to have you for four months and you begin to get excited at the prospect of doing some writing, though you know you’ll be getting your fair share of coffee for the bosses.

One month, a check to cover rent and internship processing fees, and a four hour line at the visa office in New York City later you arrive in China on the July 4th – the irony is not lost on you. You’re greeted at the airport by a tiny German girl, thrown into a bus, then dropped off at your apartment, you have no idea where you are or what has happened in the last twenty hours. You wake up in unknown place, put on a shirt and tie then walk down to the street. You hail a taxi after a while and give the driver a piece of paper with the address of the Intern China office; you still have no idea where you are. You walk into the Intern China office and it is full of other prospective interns who are as blurry-eyed as you. After a brief getting to know each other period, you all exchange numbers and then are shipped off for your different meet and greets with the companies you will be working for. About half of the interns you have just met will be your new friends.

You arrive at your new office and finally meet the boss you’ve been emailing for the last three months, he immediately tells you to lose the tie. You take and instant liking to him and are happy that you get to wear jeans and sandals to work. You discuss what your job will be with the company and are told to come back at ten the next morning. Deciding to head back to your apartment by bus, it is the first time you experience a rush hour in Qingdao; three of the largest cans of sardines you have ever seen pass before you have the courage to fight your way into one of them. A half-hour later you arrive at your apartment after suffering through the stagnant July bus-air that carried you to this final destination. Your shirt now looks like you ran home.

Later that night you decide to take a walk in the areas that surrounds your apartment complex. Stares from stranger on the street, looks full of confusion and curiosity greet you throughout your walk while each child that you pass point and then shout something to their parents – you will later learn this word mean ‘foreigner.’ For the first time in your life you are beginning to sense what it feels like to be a minority, and the feeling is shit. You stop into a restaurant and order by pointing at unknown characters on a menu, just praying that it is something pleasantly edible. Thoughts race through your head that you will never be used to living in China, it is too different and the people too unfriendly and weary of ‘foreigners.’ You go back to the apartment and think about everyone and everything that you miss from home; then you go to sleep.

You wake up to a sunny but cold morning in October; the last of your three alarms is screaming that it is now 8:30. You wake up and go through your normal pre-work routine, then run down to the convenience store beneath your home. You grab a bottle of water and say hello to the guy behind the counter then start walking towards the bus stop, waving at some people who are doing their morning exercises in the apartment complex courtyard. You hop on the usual bus, settle into a seat, and throw your iPod ear buds in to pass the time it takes to get to work. Arriving at work a little before ten, you make a coffee and turn on your lap-top to start the day’s assignments. Lunch roles around a quick two hours later and you and some co-workers go down to the market across the street to bring a healthy amount of cheap delicious food back to the office. The lady you visit almost every day to buy lunch from smiles and starts preparing the usual, (some rice with fish-flavored pork) while you two have quick talk full of simple pleasantries.

The rest of the work day goes by quickly and afterwards you walk down to language school you teach English at. The four cute little four year olds who you teach greet and hug you before the start of two hours of lessons, games, and songs. The class ends with you promising to pick each kid up and hang them upside down, the parents love you for teaching their children and letting them have fun. After class you call your friends and meet them at street BBQ for dinner. Once at the restaurant, those who can speak the best Chinese do all of the ordering. During dinner you get a phone call from a friend in your apartment building that you met by chance, he asks you to join him and his family for a day-hike at the local mountain. Ever since you met him and his wife, they’ve invited you into their home several times and now refer to you as their son’s uncle. Your friend usually tries to talk you into considering a job in international trade while the two of you run and play basketball, and you politely tell him you’ll consider it.

After dinner of few of your friends with host families head home because they told them they wouldn’t be out too late, the rest of you go to a local bar to have a couple drinks and talk for a while. Most of the conversation focuses on the last weekend’s trip where you and eight others climbed the 7,000 steps leading up to Mt. Tai. Waking up at five in the morning, while the wind was still blowing the night’s frost through everyone’s thin layers of clothing, you climbed for twenty minutes to see the sun smile for the first time of the day. You laugh with your friends at the hilarity of the crowd that was there to watch the sunrise with you – thousands of Chinese tourists dressed in the same rented winter military jackets. You finish your drink and then everyone parts ways, it is only Thursday and most of you have to work in the morning.

You hail a taxi and tell the driver the address of your home, making sure he takes the quickest route instead of the meandering route for tourists. Back in your in apartment you set the alarms for the morning and lay down to go to sleep. You remember every early thought you had about wanting to leave this place, every frustrating moment on a rush hour bus, or miscommunication with a waiter or taxi driver. Thoughts of each new friend you met here race through your mind, as does the sad prospect of leaving them. You see how silly it was to have been so concerned with leaving this place in the first couple weeks you were here and now how cruel it is that this early wish has been granted at a time when you’ve grown to love it here.

RJ Hine

Dienstag, 20. September 2011

Auslandsaufenthalt in China - Teil 6: Samuel Jung

(Gastbeitrag: Samuel Jung)

Foto © Samuel Jung
Als ich nach langer Zeit in Südafrika 2009 zurück in meine deutsche Heimat kam, begann ich mein Studium, International Business Economics an der Martin-Luther-Uni Halle. Da ich nach 4 Semestern der Theorie müde war, fasste ich den Entschluss, in Ostasien ein Praktikum in einem nennenswerten Zeitraum zu absolvieren. Über die Vermittlung von InternChina kam ich an meine spannende Position bei einer deutsch-chinesischen Unternehmensberatung in Qingdao im Osten Chinas. Derlei Vermittlungen sind unter anderem deswegen hilfreich, da die chinesische Bürokratie wesentlich komplizierter als unsere deutsche ist und man zum Beispiel bei der Registrierung als Ausländer bei der örtlichen Polizeistelle Hilfe braucht. Besonders dann, wenn man nur mäßig Chinesisch spricht. Außerdem bringt es einige Hürden mit sich, eine Wohnung anzumieten oder ein Visum zu beantragen, die man mit den richtigen Tipps aber leicht überspringen kann.

China ist für mich aus vielen Gründen ein spannendes Ziel: Natürlich bietet die imposante wirtschaftliche Entwicklung Chinas, ihre Schattenseiten und großen Vorzüge, viel Lernstoff, der in mein Studium passt. Doch mich interessiert stark, wie dieser viel diskutierte und oft auch breitgetretene Fakt das Leben der Menschen beeinflusst. Dazu kommt, dass China sich oft genug starke Angriffe gefallen lassen muss, die vermeintlich antidemokratische Haltungen vorwerfen. Zu wenige haben sich bislang auf den Weg nach Fernost gemacht, um zu sehen, wie es wirklich ausschaut und wir, die wir diesen Schritt gewagt haben, erleben ein weltoffenes, kulturell reiches Land, mit Menschen, mit denen man natürlich auch über Politik diskutieren und das ganz normale Alltagsleben von jungen Menschen leben kann.

Ich habe bereits in den USA und Südafrika gelebt und gelernt und oftmals erkenne ich zu diesen Ländern keine großen Unterschiede. Bis auf folgende, eher alltägliche Dinge, die China so interessant machen: Das Essen ist unfassbar vielfältig. Oftmals kann ich mich gar nicht entscheiden oder habe ganz einfach noch nie von derlei Speisen gehört. Wir „Langnasen“ sind auch in Metropolen wie Qingdao, mit seinen 8,5 Mio. Einwohnern, eine Sensation. Besonders wenn wir in der Gruppe unterwegs sind, kommt es mitunter schnell dazu, dass sich Menschen um uns scharen, Fotos mit uns machen wollen oder einfach darauf neugierig sind, woher wir kommen und was wir in China machen.

Wer also den größtmöglichen Exotikfaktor, eine spannende, völlig andere Kultur sucht und dazu noch ein begrenztes Budget hat, sollte nach China gehen. Es gibt kaum andere Orte, an denen man so viel Neuem begegnet, dabei den gewohnten Lebensstandard hält und im Alltag kaum Geld ausgibt. Verglichen mit unseren Preisen ermöglicht das Leben in China enorm viele Freiräume: Alltägliche Dinge kosten umgerechnet kaum Geld. Ein Auszug: Busfahrt 0,10 €, Taxifahrt 1 bis 2 €, eine volle Mahlzeit 1 €, DSL-Flat 11 € pro Monat. Die Liste setzt sich so fort, sodass China gerade für Studenten das perfekte Ziel ist.

Ich kann jedem, egal welchen Studienfachs, nur empfehlen, China für sich zu entdecken. Man spürt förmlich den Neubeginn im Land, kann durchaus einige Abenteuer erleben, bereichert sein Studium durch Praktika und schont dabei den ohnehin löchrigen Geldbeutel.

Samuel Jung
Martin-Luther-Universität Halle

Links zum Thema:
Rubrik Auslandsaufenthalte auf Studentenpilot.de

Montag, 12. September 2011

Auslandsaufenthalt in China - Teil 5: Ben Rigby

Foto © Ben Rigby
(Gastbeitrag: Ben Rigby)

Grüße aus der vielleicht schönsten Küstenstadt Chinas

Wie die meisten Studenten fragte ich mich, was ich über die Sommersemesterferien machen könnte. Anstatt in den Urlaub zu fahren oder einen Nebenjob zu suchen, dachte ich mir, sollte ich etwas Außergewöhnlicheres, etwas Spektakuläres machen. Da ich gerne Reise, war ich heiß auf einen echten Kulturschock - und nun sitze ich im 16. Stock in Qingdao, mit meinem spektakulären Blick auf das Meer!

China war für mich schon immer ein fernes Land, das auf Entdeckung wartete. Nach einigen eher erfolglosen Stunden im Internet, landete ich schließlich auf der Seite von „Intern China“, geführt von Jamie Bettles, der wie ich aus Sheffield kommt (klein ist die Welt). Und wie es das Schicksal so wollte, war er gerade auf der Suche nach einem englischen Praktikanten. Und ehe ich mich versah, saß ich in diesem unglaublich „sicher“ ausschauenden russischen Flugzeug nach Qingdao.

Qingdao ist eine unglaubliche Stadt! Keiner meiner Freunde hatte je etwas von ihr gehört, und doch zählt sie stolze 8,5 Millionen Einwohner. Qingdao war zu den Olympischen Spielen 2008 Austragungsort der Segelwettbewerbe und liegt direkt am Meer. Wunderschöne Strände runden das moderne, ziemlich saubere Stadtbild ab. Es ist lustig all die europäischen Bauten in der Altstadt zu sehen, es sind die Überbleibsel aus der deutschen Kolonialzeit.  Man fühlt sich schon fast heimisch.

Am stärksten hat mich der Verkehr hier schockiert. Da ich zuvor noch nie in Asien war, kannte ich die Verkehrsverhältnisse nur von Erzählungen und Videos. Aber das live zu sehen ist schon „interessant“. An das ganze „Gehupe“und „Gedrängel“ muss man sich als Engländer erst mal gewöhnen. Aber immerhin beachten sie die Ampeln, das scheinen sie den Spaniern schon einmal voraus zu haben. Positiv ist auf jeden Fall, dass die öffentlichen Verkehrsmittel sehr günstig sind, die 30-minütige Busfahrt zur Arbeit kostet mich nur ca. 15 Cent. Was mir hier auch noch super gefällt, ist das unglaublich leckere, abwechslungsreiche und günstige Essen. Für 3-5 Euro kann man sich in der Regel in einem Restaurant satt essen. Mag man es etwas abenteuerlicher, so geht man zum Street-BBQ und bezahlt für ein „All You Can Eat“-Abendessen mit reichlich Bier um die 3 Euro. Das berühmte Tsingtao Bier ist ebenfalls sehr schmackhaft und erleichtert einem Engländer das Leben in Qingdao doch sehr.

Ich kann ein Praktikum in China und vor allem in Qingdao absolut weiterempfehlen. Es ist eine großartige Erfahrung. Man lernt so viele Leute aus aller Welt kennen und verbringt eine wahnsinnig schöne Zeit hier.

Schöne Grüße aus Qingdao
Ben Rigby
The University of Sheffield

Links zum Thema:
Rubrik Auslandsaufenthalte auf Studentenpilot.de

Dienstag, 16. August 2011

Auslandsaufenthalt in China - Teil 3: Sebastian Stagl

(Gastbeitrag: Sebastian Stagl)
Foto © Sebastian Stagl
Nun bin ich schon seit fünf Monaten hier. Im Land der Mitte, wie die wörtliche Übersetzung beschreibt. Mittendrin in dieser anderen, fremden Kultur. Mittendrin in den Wirren dieser anderen, zunächst unverständlich erscheinenden Sprache. Mittendrin in einem ganz anderen Leben.

Ich bin übrigens Sebastian Stagl. In Wien geboren und in Österreich aufgewachsen. Im Zuge meines Studiums habe ich mich nun mit meinen 22 Jahren (23, wenn man chinesisch zählt…) auf den Weg rund um den Globus gemacht um hier in China ein Praktikum zu absolvieren.

Als ich am 17. Februar 2011 die monglisch-chinesische Grenze im Zug überquert habe, habe ich gerade noch die letzten Feuerwerke des ausklingenden Frühlingsfest in der Ferne sehen können. Als mich die Sonnenstrahlen in der Früh des nächsten Tages wieder geweckt haben, war ich dann plötzlich wirklich da. In dem Land, in dem ich die nächsten sieben Monate verbringen sollte. Hätte ich nicht gewusst, wo ich bin, hätte ich es an den geschwungenen Dächern, dem vielen Rot und den überall im Wind dahintänzelnden Laternen erraten können. Oder kurze Zeit später an der Großen Mauer, die sich ein paar wenige Kilometer vor meinem ersten Ziel, Peking, plötzlich gezeigt hat.

Nach zehn Tagen in Peking machte ich mich schließlich auf den Weg um „nach Hause“ nach Qingdao zu fahren. So fragwürdig es auch scheint, irgendwohin „nach Hause“ zu fahren, obwohl man noch nie dort war, war es genau das, was ich gefühlt habe. Denn es hat jemand auf mich gewartet – meine chinesische Gastfamilie. Wie sich später herausstellen sollte, war diese eine von zwei Familien, bei denen ich während meines Aufenthaltes wohnen sollte. Bei zwei Familien zu wohnen eröffnete mir einen weiteren, ziemlich beeindruckenden Einblick in das China, das man zurzeit vorfinden kann. Vom lauten, lebhaften China, in dem man das Duschwasser auffängt um damit die Toilette zu spülen, bin ich nach zweieinhalb Monaten in das verschwenderische, protzig angeberische China mit vierstöckigen Villen am Strand gezogen. Nicht ich sondern der Zufall war es, der dies so wollte. Dank diesem hab ich nun ein für mich sehr vollständiges Bild bekommen, dass Aufschluss über viele Dinge gibt und so manches erklärt, das man durch bloßes Zeitunglesen nicht vesteht.

Doch beide Leben haben etwas gemeinsam. Und zwar, dass sie zu einem großen Teil auf der Straße stattfinden. Seien es die zahlreichen kleinen Obst- und Gemüsestände, ausgelagerten Restaurants und euforischen Händler oder die vertieften Taiji-Boxer, sportelnden Pensionisten und der singende Chor. Die Straßen Chinas sind nie leer. Diese Aktivitäten finden dann entweder ganz früh morgens, wenn ein europäischer Durchschnittsstudent von einer durchfeierten Nacht heim kommt, oder abends, wenn die Nacht schon eingesetzt hat, statt. Denn eines versuchen die Chinesen zu meiden – die Sonne. Weiß sollte man sein um zu zeigen, dass man es nicht nötig hat, einer Tätigkeit im Freien nachgehen zu müssen. Deshalb habe ich auch kaum einen Sommertag verbracht ohne dem Schirm eines sonnenscheuen Mädchens ausweichen zu müssen.

Neben dem Sonnenschirm gibt es übrigens noch einige weitere Kuriositäten, denen man im täglichen Umgang mit Chinesen nicht entkommt. Da wäre zum einen der obligatorische Nagelzwicker am Hosenbund der Männer, den man(n) dann am besten immer und überall – sei es im Bus, in der Schlange zum Ticketschalter oder im Büro – auspackt und seine Umwelt „beglückt“. Zum anderen wird man keinen Tag verbringen ohne einen Chinesen in der typischen Hockstellung zu erblicken. Die Sitzposition scheint von Geburt an fleißig trainiert zu werden um so manche Alltagssituationen, wie zum Beispiel den Toilettenbesuch (im Prinzip ein Loch im Boden) oder das Warten auf den nächsten Bus (natürlich in Hockstellung), so komfortabel wie möglich zu gestalten.

Ein äußerst interessanter Moment meiner „chinese experience“ war als ich mit der chinesischen Medizin in Berührung gekommen bin. Seit Jahrtausenden praktiziert, findet die traditionelle Medizin noch immer regen Anklang in der Bevölkerung. Um dies zu testen, haben sich ein paar Ausländer und ich auf den Weg zur Feuermassage gemacht. Kurze Zeit nach Ankunft stand mein Rücken auch schon in Flammen um die bösen Energien und Schadstoffe aus meinem Körper zu vertreiben. Das Ganze wurde anschließend mit dem sehr, sehr leckeren und typisch chinesischen Hotpot – dem Feuer von innen – abgerundet.

Sehr lustige und aufschlussreiche Momente hatte ich auch im Bus, denn die tägliche, einstündige Fahrt in die Arbeit allein liefert das nötige Material um eine ganze Verhaltensstudie durchzuführen. Anfangs musste ich damit kämpfen, keine Komplexe zu bekommen, denn selbst wenn ich der erste im Bus war, war der Platz neben mir immer (und damit meine ich immer) der letzte, der besetzt wurde. Warum? Weil Ausländer stinken. Das war die Antwort, die mir meine chinesischen Freunde ganz nüchtern als Erklärung gaben. Ausländer stinken also. Und Ausländer sind außerdem eklig, weil sie ein benutztes Taschentuch wieder in die Hosentasche stecken. Der Körper signalisiert doch eindeutig, dass er das Nasenmonster ausscheiden möchte und nicht wieder zurück haben möchte. Und genau aus diesem Grund rotzen und spuken die Chinesen immer und überall. Das ist für mich hie und da schon mal zu einem Art Tanz ausgeartet, als ich eigentlich nur vorhatte, gemütlich spazieren zu gehen.

Zwischen all diesen erheiternden Alltagssituationen, gab es auch noch das Praktikum, das mir den nötigen Rahmen für mein Vorhaben, die chinesische Kultur kennen zu lernen und meine Sprachkenntnise zu vertiefen, bot. Dass ich dabei nochmal ein ganz anderes China kennen lernen durfte, war mir nicht von Anfang an klar, aber verstanden habe ich es ziemlich bald. Als Praktikant im Human Resource Department eines chinesischen Staatsbetriebes bestand mein Job darin, dem Unternehmen bei der Internationalisierung zu helfen und ausländische Mitarbeiter und andere Praktikanten einzustellen.

Die täglich wechselnden Teppiche in den Aufzügen lieferten unter anderem das nötige Umfeld um die Möglichkeiten kennen zu lernen, die ein Staatsbetrieb in diesem Land hat, und einen Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen. Nicht nur durch die ganz typischen Business Dinner, bei denen man unbeschreiblich viele Regeln zu beachten hat, konnte ich enorm viel lernen, sondern durch die alltäglichen Situationen in der Zusammenarbeit mit Chinesen. Da die Arbeit in China einen richtig großen Stellenwert hat, wird der Job allem anderen voran gestellt. Aus diesem Grund sind meine Kollegen immer schon im Büro wenn ich um 8 Uhr morgens komme und bleiben hier wenn ich um 17.30 Uhr gehe. Und in der anderthalbstündigen Mittagspause wird nach einem im Rekordtempo eingenommen Mittagessen geschlafen um diesem ganzen Gesellschaftsdruck auch standzuhalten. Einfach den Kopf auf den Schreibtisch und die Welt um sich herum ausschalten. Bis heute habe ich es nicht auch nur einen Tag geschafft, ihnen das nachzumachen sondern nutze diese Zeit lieber um draußen spazieren zu gehen. Denn viel Sonne bekommt man im 15-Mann-Büro nicht. Hier bevorzugt man geschlossene Jalousien und künstliches Licht.

Einer der interessantesten Momente in dem Firmenwolkenkratzer war definitiv die offizielle Feier zum 90. Geburtstag der Kommunistischen Partei Chinas. Ist man Chinese und Mitarbeiter dieses Staatsbetriebes, ist man mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit auch Mitglied der Partei und somit natürlich bei der Geburtstagsparty mit dabei. Obwohl ich kein Parteimitglied bin, bekam ich die Ehre Augenzeuge dieses Festes zu werden. Abgesehen davon, dass ich durch die bloße Anteilnahme sehr viel über den (chinesischen) Kommunismus lernen konnte, bekam ich außerdem enorm viel Aufschluss darüber, warum Dinge in China so laufen, wie sie laufen.

Und weil in China die Dinge so anders laufen, gibt es trotz der Tatsche, dass ich ein relativ anspruchsloser, offener Mensch bin, ein paar Kleinigkeiten, die ich aus der Heimat vermisse. Allem voran das Frühstück. Die Nudelsuppe, Meeresfrüchte und der salzige Fisch, den ich bei meiner Familie morgens bekomme, hängt mir nach der ganzen Zeit schon zum Hals heraus. Die Sehnsucht nach Butter, Marmelade, Honig & Co. ist riesengroß.

Und manchmal habe ich neben der morgendlichen Nudelsuppe auch die chinesische Mentalität richtig satt. Nach ein paar Monaten, habe ich erfahren, dass es nicht nur mir so geht. Unter Ausländern in China wird dieser Moment auch oft als „China Blues“ bezeichnet. Wenn man zwei westliche Kulturen gegenüber stellt, kann man trotz vieler Unterschiede Gemeinsamkeiten erkennen. Die chinesische Kultur ist aber mit der unseren kaum zu vergleichen. Daher kann es schon mal dazu kommen, dass ich mir nichts sehnlicher wünsche als mich kurz von hier wegzubeamen. Zum Beispiel, wenn die Chinesen nicht aufhören mich anzustarren, mit dem Finger auf mich zu zeigen und laut „lao wai“ (dt: Ausländer) zu rufen. Aber irgendwie gehört dies auch schon dazu…

Was ich am Anfang über China dachte, denke ich auch jetzt noch. Nur sehe ich alles aus einer anderen Perspektive. War ich anfangs mittendrin in einer andern, fremden Kultur, weiß ich nun auch von außen betrachtet, dass China wirklich das Land der Mitte ist (so wie auf den Landkarten hier). China befindet sich in der Mitte zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Tradition und Moderne und zwischen Starre und Veränderung. Aber vor allem befindet es sich nun auch in der Mitte meines Herzens.

Spätestens in Xi’an, als ich im Sonnentuntergang mit dem Fahrrad über die Stadtmauer gefahren bin, hat es diesen Platz eingenommen.

Links zum Thema:
Rubrik Auslandsaufenthalte auf Studentenpilot.de

Dienstag, 9. August 2011

Auslandsaufenthalt in China - Teil 2: Sabine May

(Gastbeitrag: Sabine May)
Foto © Sabine May
Mein Name ist Sabine May, ich bin 25 Jahre alt und studiere an der LMU in München die Fächer Sinologie, Betriebswirtschaftslehre und Interkulturelle Kommunikation. Im Rahmen meines Sinologie-Studiums lerne ich natürlich auch Chinesisch. Da Chinesisch zu lernen nicht gerade ein Zuckerschlecken ist, muss man diese Sprache wirklich vor Ort hören, sprechen und verstehen lernen, alles andere ist aussichtslos. So entschloss ich mich im Frühjahr 2010 dafür, ein halbes Jahr Praxis-Erfahrung zu sammeln und packte meine Sachen, um ein Praktikum in Qingdao zu machen. 

Als ich meinen Aufenthalt plante, fand in meiner Universität ein Vortrag statt über das Thema „Praktika in China“. Der referierende Experte gründete 2006 seine eigene Agentur, welche Praktika, Sprachunterricht und Unterkunft in Qingdao und Zhuhai an Studierende aus Europa, Nordamerika und Australien vermittelt.

Eigenhändig Praktikumsstellen in China zu finden erweist sich oft als schwierig, kompliziert und unmöglich, da das Konzept „Praktikum“ den meisten chinesischen Managern unbekannt ist. Zudem bietet die Agentur auch Unterstützung, wenn es zu Problemen kommt. Die langwierigen Formalitäten zum Erhalt eines entsprechenden Visa, die Unsicherheit allein in eine völlig fremde Kultur zu kommen, usw. sind Schwierigkeiten, die diesem Vorhaben oft im Wege stehen.

Besonders gereizt hat mich auch der Aufenthalt in einer chinesischen Gastfamilie. Ein Leben „auf chinesisch“, das hat mich letztendlich davon überzeugt, dass Qingdao die richtige Wahl für mich ist. Und es war tatsächlich so!

Bei einer Gastfamilie zu wohnen ist zum einen eine große Herausforderung, zum anderen auch eine riesige Bereicherung. Natürlich war es anfangs für mich nicht leicht, in einem zunächst fremden Haushalt „mit zu leben“, Rücksicht zu nehmen, und sich gleichzeitig ständig Mühe zu geben, immer offen, freundlich, probierfreudig und unterhaltsam zu sein. Gerade weil meine Familie auch ausschließlich Chinesisch sprach, war die erste Phase durchaus anstrengend für mich. Dennoch habe ich meine jungen Gasteltern, meine einjährige Gastschwester und meine Großeltern, die im selben Wohnblock einige Stockwerke höher lebten, innerhalb kürzester Zeit sehr lieb gewonnen, und das Zusammenleben funktionierte wunderbar.

Nach unvergesslichen sieben Monaten, hat es mich prompt wieder hierher gezogen: Gleich nach dem Wintersemester in München habe ich zum zweiten Mal meine Koffer gepackt und bin für weitere 5 Monate zurück nach Qingdao gekommen. Diesmal wohne ich jedoch mit meinem Freund, nicht mit einer Familie.

Man mag sich vielleicht fragen: Warum wieder Qingdao? Ist das nicht langweilig? Willst du nicht auch mal was Neues sehen? Ja, klar, ich bin letztes Jahr viel in China gereist. Ich habe viele Orte gesehen und war begeistert. Aber ich liebe Qingdao!

Qingdao ist eine Küstenstadt. Das hat natürlich positive Auswirkungen auf die Lebensqualität. Im Gegensatz zu anderen Millionenstädten wie Peking oder Shanghai ist das Klima hier angenehm mild, Smog und Luftverschmutzung halten sich in Grenzen, es gibt einige breite Sandstrände und die Atmosphäre ist entspannt. Nicht umsonst wurde Qingdao 2009 zu der „lebenswertesten Stadt Chinas“ gewählt.

Die Deutschen haben hier bereits vor über hundert Jahren ihre Spuren hinterlassen, als sie das Gebiet Qingdao (damals nur ein kleines Fischerdörfchen) als Kolonie beanspruchten (von 1898 bis 1914) und die erste Brauerei Chinas eröffneten (1903). Noch heute erzeugen die erhalten gebliebenen deutschen Gebäude in Qingdao einen interessanten und spannenden Kontrast mit der chinesischen Architektur, und das weltweit bekannteste chinesische Bier mit deutschen Wurzeln wird hier in jedem Restaurant, frisch vom Fass, genossen.

Qingdao ist alles: moderne Millionenmetropole, charmante Kleinstadt und Ferienort. Sonntags treffen wir uns - Praktikanten, Freunde, Kollegen, ein bunter Mix aus Chinesen und Ausländern - regelmäßig zum Beach Volleyball am größten Sandstrand Qingdaos, Shi Lao Ren. Jeder von uns genießt diesen Tag Kurzurlaub in der sonst recht stressigen Arbeitswoche.

Auch sonst kann man hier einiges unternehmen: Ausflüge in das nahegelegene Berggebiet Laoshan zum Wandern und Klettern, Sightseeing (die deutschen Gebäude der Altstadt sind besonders sehenswert) oder Shopping im Jimolu, der größte „Fakemarket“ , den Qingdao zu bieten hat. Wer hier nicht verhandelt, zahlt mindestens den dreifachen Preis! Das Nachtleben lässt sich wohl ganz treffend mit „klein, aber fein“ zusammenfassen. Es gibt eine ganz gute Auswahl an Bars und Clubs, wo man die Nächte der Wochenenden verbringen kann. Man lernt ganz schnell nette Leute kennen, da jeder sehr offen ist. Nicht selten passiert es auch, dass man mit einer großen Gruppe auch bis zu später Stunde im Lieblings- Street-BBQ Restaurant hängenbleibt.

Manch einer mag sich fragen, was ist denn eigentlich so anders in China? Was sind denn die größten Unterschiede?

Die chinesische Kultur ist ganz anders. Werte unterscheiden sich, Denkweisen, Verhaltensmuster, Kommunikation, Sprache, Essen, Beziehungen, ... Es ist wahrscheinlich einfacher die Gemeinsamkeiten aufzuzählen, als die Unterschiede. Unterschiede in der Kultur spiegeln sich im gesamten Leben wider. Offensichtlich ist der Unterschied in der Sprache, klar. Doch spannender zu betrachten sind vielmehr die kleinen Dinge des Alltags.

Essen: Ich bin wirklich nicht zimperlich, was das Kosten fremder Gerichte angeht, und ich liebe das Qingdaoer BBQ. Fleisch, Fisch und Gemüse wird auf kleine Spieße gesteckt und auf dem Grill, lecker gewürzt, knusprig gebraten. Was ich nicht mag sind Schweinefett- oder Knorpelspieße, halbe Hühnerköpfe und Hühnerkrallen. Aber man muss ja auch nicht alles mögen!

Straßenverkehr: Manchmal vermisse ich tatsächlich die deutsche Ordnung. Wenn man im Bus feststeckt, weil einfach nichts mehr vor und zurück geht, da die nächste Kreuzung von sich gegenseitig behindernden Autos blockiert wird, kostet mich das schon immer Nerven. Da sind Verkehrregeln schon etwas Schönes!

Bus fahren: Eine alltägliche Herausforderung. Da es in Qingdao (noch) keine U-Bahn gibt, ist hier ein jeder auf die Busse angewiesen. Busse fahren nahezu überall hin, das Netz ist wirklich gut ausgebaut. Die Fahrt an sich ist allerdings oft nur schwer erträglich. Man mag es kaum glauben, wie viele Chinesen in einen normalen Linienbus passen... Ebenso wenig sollte man annehmen, dass Busfahrer aufgrund von „Überladung“ vorsichtiger und langsamer fahren würden. Sicher nicht.
Mein schlimmstes Erlebnis war eine sechs(!)stündige Linien(!)busfahrt ohne Möglichkeit zum Aufstehen, Aussteigen oder Pause machen, bei sinnflutartigem Regen und Stau. Schrecklich.

Mode: Wenn man allein die Anzahl der Bekleidungsgeschäfte betrachtet, muss man denken, Mode spielt eine sehr wichtige Rolle im Leben der modernen Chinesin. Es gibt unendlich viele. Von kleinen Ständchen auf dem Nightmarket bis zu Filialen der berühmten Luxusmarken gibt es hier einfach alles. Interessant ist aber vor allem, wie die Frauen (und Männer) hier dieses Potenzial nutzen. Glitzerndes Abendtäschchen zur Jogginghose, knöchelhohe Seidenstrümpfe in offenen Sandalen zum Rüschchenkleid, Muster und Farben werden wild kombiniert, ob es passt oder nicht. Generell sind Perlen, Glitzersteinchen oder –Aufdruck, sowie Rüschen im Design für den chinesischen Geschmack obligatorisch. Aber hier und da findet man auch wirklich schöne Sachen, sodass Shopping, nicht nur wegen der billigen Preise, eine große Versuchung darstellt.

Baden am Strand: Wie man vielleicht schon gehört hat, sind Chinesinnen etwas sonnenscheu. Deswegen ist es auch am Strand üblich, lange Bekleidung zu tragen oder in schwarzen Feinstrumpfhosen durch den Sand zu schlendern. Es ist auch absolut nicht selbstverständlich, dass man Schwimmen kann. Die meisten Mädchen haben schwimmen nie gelernt. Nicht selten sieht man sogar Gruppen junger Männer, ausgerüstet mit gelben Schwimmflügeln, zum Schwimmkurs im Gänsemarsch ins Meer waten.

Dies sind nur einige kuriose Bilder, die ich in meinem Leben in China mehr oder weniger verwundert wahrnehme. Die chinesische Kultur kann man damit natürlich nicht beschreiben.
Ganz persönlich wirken sich die Unterschiede zwischen China und Zuhause auf mich im alltäglichen Leben aus, wobei vieles mit finanziellen Aspekten verbunden ist. Ich kann jederzeit ein Taxi nehmen, wenn ich zu spät für den Bus bin; ich brauche nicht oft zu kochen, da Restaurantbesuche gut und günstig sind, kann regelmäßig zur Maniküre gehen usw.

Die Chinesen sind sehr gastfreundlich, auch zu uns Ausländern: viele wollen Fotos machen, man wird auf das ein oder andere Freundschafts-Bier an den Nachbartisch eingeladen, die Leute freuen sich wenn sie etwas von einem erfahren und sind umso interessierter, wenn man tatsächlich ihre Sprache spricht.

Die Menschen sind es auch, die meinen Aufenthalt in diesem Land besonders bereichert haben. Freunde, die Eltern von Freunden, Restaurantbesitzer, Kungfu- und Chinesischlehrer, Firmenmanager, Taxifahrer und sogar Polizisten, nette Leute findet man hier einfach überall. Mit ihnen erlebt man die lustigsten Augenblicke, man hat die ernstesten Gespräche und die tiefsten Eindrücke in das echte China.

China ist ein sehr vielseitiges Land, deswegen versuche ich soviel wie es mir möglich ist zu reisen. Ich denke man muss unbedingt die „Standards“ wie Peking, Xi’an und Shanghai sehen. Hier gilt es, sich ein paar mehr Tage zu gönnen, um auch Orte, die über die normalen Touristenattraktionen hinausgehen, zu besuchen.

Ein Geheimtipp, und eine völlig andere Seite Chinas ist die Region Xishuangbanna im Süden der Provinz Yunnan. Entlang des Mekongs, nahe an der Grenze zu Laos und Vietnam, gibt es zahlreiche Dörfchen mit südostasiatischem Flair. Man kann Dschungeltouren unternehmen, den Fluss entlang Fahrradfahren und köstliche Südfrüchte genießen.

Meine besten Erlebnisse in China waren Überraschungen. Wenn man keine hohen Erwartungen hat, sondern einfach ganz frei Dinge auf sich zukommen lässt, kann man hier unglaublich Schönes, Spannendes und Tolles erleben. Der Blick von der Pagode über den Westsee in Hangzhou bei Nacht war atemberaubend. Ein Tag auf dem Fahrrad durch die Hutongs von Beijing war einer meiner besten Tage in China.

Nächste Woche mache ich mich zusammen mit meinem Freund und einem englischen Mitpraktikanten wieder auf die Reise. Diesmal geht es über Shanghai nach Hunan, in die Region Zhangjiajie (bekannt aus dem Film „Avatar“ als „Pandora“), dann auf dem Yangze vorbei an dem Drei-Schluchten-Staudamm zu einer der größten Städte der Welt: Chongqing (über 30 Mio. Einwohner!!). Dann geht es weiter nach Chengdu, eine Stadt in Sichuan, berühmt für Pandabären und höllisch scharfes Essen. Ich freue mich schon!

Links zum Thema
Rubrik Auslandsaufenthalte auf Studentenpilot.de

Dienstag, 1. März 2011

Leben und Arbeiten in Neuseeland: Meike Günther

Leben und Arbeiten in einem fremden Land, Erfahrungen in fremden Kulturen sammeln, neue Horizonte entdecken - das ist für viele Studenten und Absolventen ein Traum. Angebote für Work & Travel stellen wir auf Studentenpilot.de bereits vor. Heute möchten wir euch Erfahrungen aus "erster Hand" präsentieren - in Form eines Interviews mit Meike Günther, die jetzt seit knapp drei Jahren in Neuseeland lebt und arbeitet.


Frau Günther, bitte stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor:
Ich bin Meike, 30 Jahre, aus Deutschland und lebe nun seit fast drei Jahren in Neuseeland. Ich bin als Backpackerin mit dem Work & Travel Visum im Januar 2008 eingereist und habe nach 6-monatigem "die Seele baumeln lassen" einen festen Job in der Nähe von Christchurch auf der Südinsel bekommen, der mir nun erlaubt, in diesem schönen Land zu leben. Ich hatte schon ein abgeschlossenes Studium und zwei Jahre Berufserfahrung, als ich mich für das Jahr im Ausland entschieden und alle Zelte in Deutschland abgebrochen habe. Mein Risiko wurde belohnt und nun arbeite ich seit zwei Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer neuseeländischen Universität. Auch wenn ich einen festen Job und Wohnsitz in Neuseeland habe, so nutze ich jede freie Minute, um das Land zu bereisen. Es sieht immer wieder anders aus, zu jeder Tageszeit und zu jeder Jahrezeit. Eine Endlos-Kinofilm, wenn man so will.

Warum sind Sie nach Neuseeland gegangen?
Ich wollte ein "Abenteuer" erleben und bevor ich irgendwann zu alt für das "Work & Travel Visum" bin, habe ich mich Mitte 2007 entschieden, dass jetzt die richtige Zeit ist, dieses Abenteuer in Angriff zu nehmen und habe mit der Planung begonnen. Das Work & Travel Visum für Neuseeland kann jeder Deutsche Staatsbürger beantragen, es gilt einmalig für 12 Monate und ist ein offenes Arbeitsvisum für Neuseeland. Man kann es bis zum 30ten Lebensjahr beantragen.

Wie kommt es, dass Sie in Neuseeland geblieben sind?
Wegen der Liebe (habe meinen Freund im August 2008 hier kennengelernt) und wegen eines guten (unbefristeten) Jobs, den ich hier gefunden habe. Ich habe gesehen, dass Neuseeland gute Chancen für mich bereithält im Hinblick auf meine persönliche und berufliche Weiterbildung. Für mich ist die berufliche Entwicklung hier sogar besser als in Deutschland, wo ich mich nach meinem Studium mit Praktika und befristeten Verträgen zufrieden geben musste.

Wollen Sie für immer in Neuseeland bleiben?
Das kann ich nicht genau sagen. Solange es sich gut und richtig anfühlt, werde ich in Neuseeland bleiben. Ich habe seit April die Permanent Residency (= uneingeschränkte Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis), die es mir erlaubt‚ "für immer" in Neuseeland zu bleiben. Ich muss aber mindestens einmal im Jahr meine Familie sehen, entweder in Deutschland oder in Neuseeland, eben was für’s Herz.

Was ist für Sie das Besondere an Neuseeland?
Die schöne Natur und die Vielseitigkeit des Landes machen für mich das Besondere aus. Insbesondere die Vielseitigkeit bringt ungeheure Freiheit mit sich, zum Beispiel kann ich einfach so losfahren und im Zelt am See campen. Auch liebe ich die "nicht menschenüberfüllten" Plätze. Ich liebe es, dass ich in 20 Minuten an einem menschenleeren Strand bin (ohne Kurtaxe) oder in einer Stunde auf der Ski-Piste des Mount Hutts stehe. Von der Lebensart her mag ich das Gemächliche der Kiwis und mal "Fünfe gerade sein zu lassen"! Hier in Neuseeland wird auch viel und hart gearbeitet, aber eben mit viel weniger Druck. Bürozeiten sind von 8.30 – 16.30 Uhr und man hat viel mehr Zeit für sich und sein soziales Leben.

Was vermissen Sie aus Ihrer alten Heimat?
Freunde und Familie natürlich, besonders zu Weihnachten oder wenn irgendwelche Geburtstage, Hochzeiten und andere große Events anstehen. Ich vermisse vor allem auch das gute deutsche Brot und Lakritz. In den Wintermonaten vermisse ich besonders die Zentralheizung und Doppelverglasung - denn trotz der kalten Monate (Juni bis Ende August; zwischen -4 und 5 Grad) haben die Neuseeländer keine Zentralheizung in den Häusern, sondern umfunktionierte Klimaanlagen und Heizlüfter zum Wärmen. Ein unglaublicher Stromverbrauch. Auch muss ich mich an die "umgekehrten" Jahreszeiten noch gewöhnen, das heißt Narzissen blühen im Oktober und Sonnenblumen im Dezember. Insbesondere die Weihnachtszeit bei sommerlichen Temperaturen zu erleben, ist für mich immer noch komisch:Weihnachtsmänner am Strand und man muss bis 22 Uhr (Sonnenuntergang) warten, dass die Lichterketten angehen. Auch muss ich mich an das Essen gewöhnen, durch den englischen Einfluss gibt es morgens Baked Beans, Spaghetti auf Toast und Porridge (Haferschleim). Auch das Brot ist gewöhnunsgbedürftig, die haben hier kein festes, dunkles Brot wie wir in Deutschland, sondern nur helles Toastbrot. Es gibt auch Toastbrot mit "Körnern", das heisst dann aber auch "Bavaria Style". Auch muss ich mich an die Helmpflicht beim radfahren gewöhnen und ans Strafe zahlen, wenn man das mal vergisst. Andererseits ist es ja besser für die Sicherheit.

Was war Ihr schönstes Erlebnis bisher?
So richtig abenteuerlich war die Höhlentour in den Waitomo Caves. Ich habe vorher noch nie eine Höhlentour mitgemacht und die Waitomo Caves auf der Nordinsel locken mit verschiedensten Touren durch das Höhlensystem. Das Motto meiner Tour war "Quetsche Dich durch Höhlen" und so war es auch: Wir mussten uns durch die kleinsten Ritzen und Löcher quetschen, durch Wasser und Matsch krabbeln und an den ekelhafesten Höhlenspinnen vorbei. Sowas wäre aus sicherheitstechnischen Gründen in Deutschland niemals erlaubt. Das Highlight war eine Höhle voller Glühwürmchen, die wie ein riesiger Sternenhimmel aussahen.
Ein anderes Highlight für mich war mit den wilden Delphinen in der Curio Bay zu schwimmen. Ich war auf einem Rundtrip mit meiner Mutter und wir haben uns eine kleine Hütte am Strand gemietet. Von dem Bett aus konnten wir die Delphine in der Bucht schwimmen sehen und abends sind die Pinguine in ihre Nester vor unserem Fenster gewatschelt. Ich habe mich dann entschlossen, auf die Delphine zuzuschwimmen. Das war ein unbeschreibliches Gefühl auf einmal von vier Delphinen umrundet zu werden. Anderswo zahlt man für so ein Erlebnis unglaublich viel Geld.

Und Ihr schlimmstes Erlebnis?
Das schlimmste Erlebnis für mich war das 7.1 starke Erdbeben, das am 4 September um 4:35 Uhr morgens meine Region erschüttert hat. Lincoln ist nur 20 km vom Epizentrum entfernt. Ich habe um diese Zeit natürlich geschlafen und wusste überhaupt nicht, wie mir geschieht und mit was ich es in dem Moment zu tun hatte. Wir sind fluchtartig aus dem Haus gerannt und standen im Dunkeln bei Eiseskälte auf der Straße. Die Elektrizität ist ausgefallen und das Wasser war nicht mehr trinkbar. Wir haben dann das Auto aus der Garage geholt und saßen vier Stunden im Auto, um Radio zu hören, und mitzubekommen, was los ist und wie wir uns verhalten sollen. Zum Glück ist niemand ums Leben gekommen und nach einer Woche konnten wir wieder einkaufen und zur Arbeit. Aber bis heute ist Canterbury von mehr als 4.500 Nachbeben heimgesucht worden. Also, die Erde hat sich hier immer noch nicht beruhigt.

Welche Orte und Gegenden sollte ein Neuseeland-Reisender unbedingt besuchen?
Zu meinen Favoriten gehören unangefochten die Marlborouh Sounds mit seinen wundersschönen Buchten und die Catlins. Auch der Abel Tasman Nationalpark im Norden der Südinsel ist wunderschön und winkt mit seinen goldenen Buchten und türkisem Wasser. Dort kann man Tagestouren im Kajak machen und eine Tagestour ist wirklich 9 Stunden lang. Mit ein paar Freunden habe ich das letztes Jahr gemacht, und wir hatten wunderschönes Wetter und auch nicht allzu viel Wind, aber im Pazifik zu paddeln ist schon was anderes als auf der Alster, das war wirklich eine Herausforderung, was ich vorher irgendwie anders eingeschätzt hätte. Es hat super Spass gemacht, und wir sind mit Seehunden gepaddelt und haben die Kajaks zusammengebunden und ein Segel gespannt. Auf der Nordinsel empfehle ich Northland mit dem Cape Reinga und die Coromandel Halbinsel, da braucht man gar nicht mehr in die Karibik zu fahren.

Was möchten Sie unseren Lesern sonst noch zum Thema Neuseeland sagen?
Wenn ihr die Chance auf ein Work & Travel Jahr habt, dann nutzt sie und kommt nach Neuseeland. Dies ist das beste Land, solch ein Abenteuer zu unternehmen, weil es nicht zu groß ist und auf die Reisenden eingestellt ist. Diese Erfahrungen und Erlebnisse, die ihr in diesem einen Jahr sammelt, die kann euch keiner mehr nehmen. Ich habe auch einen Service bzw. ein Starter-Paket für Backpacker eröffnet, die für längere Zeit nach Neuseeland kommen, entweder zum Work & Travel oder auch nur als Tourist. Das sind die sogenannten "Kiwi-Introduction Days". Dieser Service ist günstiger und persönlicher als die Angebote der großen Organisationen. Ich betreue und begleite die Backpacker die ersten beiden Tage in Neuseeland und helfe Ihnen, den Bürokratie-Kram zu erledigen und sich an das Leben in Neuseeland zu gewöhnen. Außerdem versorge ich sie mit vielen Informationen (inkl. Lebenslauferstellung), die sie auf ihr Abenteuer in Neuseeland vorbereitet. Mehr dazu kann man auf meiner Webseite nachlesen: www.work-travel-nz.de

Vielen Dank für das Interview, Frau Günther!

Wenn ihr weitere Informationen rund um das Thema Auslandsaufenthalt und Work & Travel sucht, dann schaut auf Studentenpilot.de in die Rubrik Auslandsaufenthalte.